Wegen billiger Energie Erzeugerpreise in Deutschland fallen so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr

Die deutschen Erzeugerpreise sind zum Jahresauftakt wegen billigerer Energie so kräftig gefallen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.
Die Hersteller gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis zu Industriegütern - verlangten durchschnittlich 3,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit April 2024. Im November hatte das Minus bei 2,5 Prozent gelegen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal mit einem Rückgang von 2,1 Prozent gerechnet. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte 1,2 Prozent niedriger als 2024.
Für die Endverbraucher sind das potenziell gute Nachrichten: In der Statistik werden die Preise für Produkte von Herstellern geführt, bevor sie etwa in den Groß- und Einzelhandel kommen. Sie sind deshalb ein Frühsignal für die allgemeine Inflation. Verbraucher mussten im Januar 2,1 Prozent mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlen als ein Jahr zuvor.
"Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im Januar 2026 die niedrigeren Energiepreise", erklärten die Statistiker. Sie fielen um 11,8 Prozent niedriger aus. Dabei sanken die Erdgaspreise mit 13,7 Prozent besonders stark. Strom kostete 11,2 Prozent weniger, während für Fernwärme 0,3 Prozent weniger verlangt wurde. Leichtes Heizöl kostete 11,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, während Kraftstoffe 0,3 Prozent teurer wurden. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die gesamten Erzeugerpreise im Januar binnen Jahresfrist um 1,2 Prozent.
Verbrauchsgüter kosteten im Januar 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei verbilligten sich Nahrungsmittel um 1,3 Prozent. Deutlich billiger als im Januar 2025 waren Butter (43,7 Prozent) und Schweinefleisch (14,1 Prozent). Teurer waren Rindfleisch (24,5 Prozent) und Kaffee (14,7 Prozent). (Bericht von Klaus Lauer, editing by Thomas Seythal)