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Jahresbericht aus OsloWeltweit so viele kriegerische Konflikte wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg

09.06.2026, 10:08 Uhr
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(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Die Zahl der kriegerischen Konflikte weltweit hat einer Studie zufolge im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht.

2025 seien 65 Konflikte unter Beteiligung staatlicher Akteure verzeichnet worden, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht des Osloer Friedensforschungsinstituts (Prio). Die Zahl der Konflikte zwischen zwei Staaten, darunter der seit mehr als vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg sowie die Konflikte zwischen Indien und Pakistan sowie zwischen Thailand und Kambodscha, verdoppelte sich demnach auf acht und stieg damit ebenfalls auf ein Rekordhoch seit 1946.

"Leider gibt es nicht viele positive Aspekte", sagte die Studienautorin Siri Aas Rustad. Die diesjährigen Zahlen seien "schockierend". Rustad beklagte eine "anhaltend hohe Intensität der Konflikte weltweit".

Rund 245.000 Menschen wurden der Studie zufolge weltweit bei kriegerischen Konflikten oder durch politische Gewalt getötet. Bei direkten Angriffen auf Zivilisten seien fast 76.500 Menschen getötet worden und damit mehr als fünf Mal so viele wie 2024.

Der starke Anstieg bei zivilen Todesopfern ist auf die Kämpfe im Sudan zwischen der Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und der RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan zurückzuführen. Allein bei der Belagerung der Provinzhauptstadt Al-Faschir in der Region Darfur durch die Miliz wurden schätzungsweise 60.000 Menschen getötet.

Afrika war der Studie zufolge mit 29 Konflikten weiterhin der am stärksten von Gewalt betroffene Kontinent. Dahinter folgten Asien, der Nahe Osten, Nord- und Südamerika sowie Europa.

Israel sei "derzeit eindeutig eines der aggressivsten Länder der Welt", sagte Rustad. Sie verwies auf den Iran-Krieg sowie die israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen, in Syrien, im Libanon und gegen die Huthi-Miliz im Jemen.

"Es gibt eindeutig mehr Spannungen in der Welt", sagte Rustad. Eine große Rolle spiele dabei auch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die zum Anstieg der Gewalt beigetragen habe. Zugleich werde die internationale Zusammenarbeit zurückgefahren. "Der UN-Sicherheitsrat funktioniert derzeit nicht. Wir steuern auf eine viel stärker polarisierte Welt zu", sagte die Studienautorin.

Quelle: ntv.de, AFP

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