Kurznachrichten

"Unser Land brennt" Zentralrat der Muslime nennt AfD verfassungsfeindlich

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wirft der AfD verfassungsfeindliches Verhalten vor. "Mit ihrer antimuslimischen Politik, dass sie Muslime nicht genauso behandeln möchte wie Christen oder Juden, hat sie gegen das Verfassungsrecht verstoßen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Woche" vom Freitag.

Die AfD wende sich "gegen unser Land und gegen unsere großartige Demokratie und unsere Werte". Die AfD habe es am geschicktesten verstanden, eine "vorhandene antimuslimische Stimmung" parteipolitisch zu nutzen: "Das ist ihre Einflugschneise gewesen, und sie hat damit ein ganzes Sammelbecken von Neonazis und anderen Rechtsextremen aufgesogen."

Das Problem der Islamfeindlichkeit in Deutschland sei groß. "Ich sehe einen Trend in der Gesellschaft", sagte er. In den sozialen Medien und der politischen Debatte sinke die Hemmschwelle, bestimmte Tabubrüche vorzunehmen. "Das hat in den vergangenen Jahren zugenommen, und diese Entwicklung schlägt sich nicht nur in der verbalen Gewalt gegen Muslime, sondern auch in der physischen Gewalt nieder."

Mazyek forderte, "vor allem stärker klarzumachen, dass jeder Anschlag und jeder Übergriff ein Angriff auf uns alle ist". Dabei sei es egal, "ob es eine Synagoge, eine Kirche oder eine Moschee ist: Egal, wo das Feuer brennt, es brennt unser Land". 2017 gab es in Deutschland mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen. Die Behörden registrierten allein knapp 60 Anschläge, Schmierereien und Schändungen, in fast allen Fällen waren die Täter Rechtsextreme.

Quelle: n-tv.de, AFP