


Online Marktplätze
Immer mehr Menschen in Deutschland und Europa kaufen online ein. Das zeigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf der Grundlage von Eurostat-Daten. Die Umsätze dürften in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen. Dabei fungieren besonders Online Marktplätze wie Amazon oder Etsy als wesentliche Treiber des E-Commerce. Denn die Customer Journey beginnt oft nicht mehr bei Suchmaschinen wie Google, sondern direkt bei Online-Marktplätzen. Deshalb bietet sich eine nähere Betrachtung dieser Plattformen an. Auf Grundlage einer genaueren Begriffsdefinition skizzieren wir zunächst verschiedene Arten von Online Marktplätzen und thematisieren anschließend Vorzüge und Herausforderungen, die mit diesen virtuellen Marktplätzen für Verkäufer verbunden sind. Anschließend gehen wir auf erfolgversprechende Strategien für Händler ein, beleuchten die fünf größten Online-Marktplätze in Deutschland und zeigen, wie Du als Verkäufer hier starten solltest. Falls dann noch Fragen offen sind, hilft Dir unser Fazit oder ein Blick auf unsere FAQs weiter.

Im Mittelalter versammelten sich in vielen Städten und Dörfern Europas mehrere Händler an einem zentralen Ort, um ihre Waren anzubieten. Interessenten konnten auf diesen Marktplätzen von Stand zu Stand schlendern, Produkte vergleichen und direkt kaufen. Diese Marktplätze entwickelten sich zu Zentren des Handels, an denen Vielfalt und Konkurrenz nebeneinander existierten.
Seit Mitte der 1990er hat sich dieses Konzept in die digitale Welt verlagert. Online-Marktplätze sind im Zeitalter des E-Commerce die virtuellen Nachfolger der historischen Handelsplätze. Bei diesen auch E-Marketplaces genannten Institutionen handelt es sich um digitale Plattformen, auf denen mehrere unabhängige Verkäufer ihre Artikel einer Vielzahl von Kaufinteressenten anbieten. Die Betreiber der Online Marktplätze stellen den Rahmen für Transaktionen zur Verfügung, führen Anbieter und Nachfrager zusammen und offerieren oft noch weitere Dienstleistungen.
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Es lassen sich mehrere Arten von Online-Marktplätzen unterscheiden. So existieren etwa globale, internationale oder regionale Online Marktplätze. Eine weitere Differenzierung ist die zwischen horizontalen und vertikalen Plattformen. Während erstere Waren aus verschiedenen Bereichen anbieten, fokussieren sich letztere auf bestimmte Produktgruppen.
Zwischen Online-Marktplätzen und Online-Shops (die klassische E-Commerce-Website) gibt es immer wieder Verwechslungen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Anzahl der Anbieter. Während es beim Online-Shop einen Verkäufer gibt, der auch die Plattform betreibt, existieren bei einem virtuellen Marktplatz zahlreiche Händler, die nicht mit dem Betreiber des Online Marktplatzes identisch sind.

Online Marktplätze sind beliebt, weil sie viele Vorzüge bieten. Davon profitieren nicht nur Kaufinteressenten, sondern auch Händler. Besonders relevant sind dabei oft folgende Aspekte:
Online-Marktplätze ermöglichen es Verkäufern, mehr Kaufinteressenten aus relevanten Zielgruppen zu erreichen, als dieses mit einem einzelnen Shop möglich wäre. Denn diese Plattformen verfügen über eine breite und bereits etablierte Basis von Kunden. Diese sind regelmäßig auf der Suche nach neuen Produkten und sorgen so für mehr Umsatz bei Händlern.
Die Nutzung eines Online-Marktplatzes kann Verkäufern dabei helfen, die Kosten zu senken. Das betrifft vor allem Marketing- und Werbekosten. Diese wären für einen einzelnen Shop relativ hoch. Die Betreiber von Online Marktplätzen sind aber meistens finanzkräftiger als die von Online-Shops. So können sie höhere Summen in Marketing und Werbung investieren. Dabei verteilen sich die Ausgaben auf eine größere Anzahl von Anbietern.
Besonders jungen und kleinen Online-Shops fällt es zunächst schwer, das Vertrauen von Käufern zu gewinnen. Das Kundenvertrauen ist jedoch essenziell, damit es überhaupt zu einer Transaktion kommt. Kaufinteressenten vertrauen hingegen oft etablierten Marktplätzen, die bereits zu einer bekannten Marke avanciert sind. Deshalb sind sie oft gewillt, Händlern, die hier Produkte und Dienstleistungen offerieren, einen Vertrauensvorschuss zu gewähren.
Viele Betreiber von virtuellen Marktplätzen tun heute viel mehr als nur einen Rahmen zu bieten sowie Käufer und Verkäufer zusammenzubringen. Sie offerieren zusätzlich auch ihre Infrastruktur sowie hilfreiche Werkzeuge. Bezüglich der Infrastruktur stehen oft Kundenservice, Logistik oder Zahlungsleistungen im Vordergrund. Zudem können Verkäufer häufig Tools nutzen, mit denen Sie Ihre Angebote einfacher einstellen, für Suchmaschinen optimieren oder Transaktionen analysieren können.
Die Internationalisierung der Geschäftstätigkeit ist für Online-Shops nicht nur mit Möglichkeiten, sondern oft mit beträchtlichen Herausforderungen verbunden. Durch die Präsenz auf einem virtuellen Marktplatz mit internationalen Kaufinteressenten können Händler von diesen Chancen profitieren, aber gleichzeitig die Risiken beschränken.

Den vielfältigen Vorzügen der Online Marktplätze stehen aber auch einige potenzielle Nachteile gegenüber. Welche davon für einzelne Verkäufer eine Rolle spielen, kann je nach Situation ganz unterschiedlich sein. Bevor Du Artikel auf einem Online-Marktplatz verkaufst, solltest Du Dir aber folgender Herausforderungen bewusst sein:
Es ist fast egal, was für Artikel Du auf einem Online-Marktplatz anbietest: Auf den führenden Plattformen ist die Konkurrenz groß. Das sorgt dafür, dass sich zumindest einige Kaufinteressenten, die nach einer Ware suchen, wie Du sie anbietest, wahrscheinlich für das Angebot eines Wettbewerbers entscheiden werden. Anbieter wie Alibaba sind eine große Konkurrenz.
Die große Konkurrenz führt bei vielen Waren zu einem hohen Preisdruck. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Produkte oder Dienstleistungen eher homogen und von Kaufinteressenten bezüglich ihrer Eigenschaften gut vergleichbar sind. Da der Preis für viele Interessenten ein wichtiges Kaufkriterium darstellt, sind geringere Margen und Gewinne die Folge.
Wer Geschäfte auf einem bestimmten virtuellen Marktplatz macht, muss dafür die Richtlinien des jeweiligen Anbieters und dessen Gebührengestaltung akzeptieren. Das sorgt für eine einseitige Abhängigkeit. Dementsprechend lassen sich auch Verkaufsgebühren (-Erhöhungen) meistens nicht verhandeln, sodass Händler nur die Wahl haben, diese zu akzeptieren oder die Plattform zu verlassen.
Durch den Verkauf über einen Online Marktplatz geben Anbieter einen Teil der Kontrolle auf. Das betrifft nicht nur die Präsentation der eigenen Marke sowie der Waren. Auch die Beziehungen zu Kunden sind weniger eng – vor allem, wenn Marktplatzbetreiber zusätzliche Leistungen wie den Kundenservice übernehmen.
Durch die Präsenz auf einem großen Online-Marktplatz, der möglicherweise auch international Kaufinteressenten anzieht, steigt die Gefahr für Händler, Opfer von Produktpiraterie zu werden. Hat die Plattform ein Kundenbewertungssystem, besteht zudem das Risiko von negativen Bewertungen. Diese beeinträchtigen nicht nur die Händlerreputation, sondern letztlich auch den Verkaufserfolg.

Händler, die sich dafür entscheiden, auf Online Marktplätzen aktiv zu sein, können ihre Erfolgschancen steigern. Wichtig ist dabei die Planung und Umsetzung von Strategien. Wichtig sind in diesem Zusammenhang:
Deine Produktlistings sind virtuelles Schaufenster und Visitenkarte Deines Unternehmens. Achte auf hochwertige und ansprechende Bilder, die Produkte ins bestmögliche Licht rücken und sich im Idealfall positiv von der Konkurrenz abheben. Aussagekräftige, informative und suchmaschinenoptimierte Titel und Beschreibungen spielen eine ebenso große Rolle.
Viele der großen E-Marketplaces bieten regelmäßig Aktionen, monatliche Promotions und Werbekampagnen. Diese kommen zwar grundsätzlich allen Mitgliedern zugute. Am meisten profitierst Du aber davon, wenn Du Deine Angebote gezielt darauf abstimmst.
Kundenservice und Kundenbewertungen sind mehr als ein notwendiges Übel. Durch ein effektives Management kannst Du hier wichtige Wettbewerbsvorteile kreieren. Ermuntere Käufer positive Bewertungen abzugeben. Sorge bei negativem Feedback für Abhilfe und Nachbesserungen.
Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Indem Du Kunden- und Verkaufsdaten analysierst, kannst Du Zusammenhänge und Optimierungspotenziale aufdecken. Einige der Online-Plattformen bieten dafür sogar eigene Tools. Wichtig ist, die Analyseergebnisse auch zu nutzen, um Verkaufsstrategien zu optimieren.
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Es existieren zahlreiche Online-Marktplätze in Deutschland. Für viele Verkäufer ist es jedoch sinnvoll, nicht (nur) auf regionalen Online Marktplätzen, sondern auf den beliebtesten Plattformen präsent zu sein. Deswegen skizzieren wir kurz die Top 5 der führenden Online-Marktplätze in Deutschland:
Ohne Amazon wäre eine Liste der führenden und besten Online-Marktplätze nicht komplett. Denn das Unternehmen gehört nicht nur zu den Pionieren – der Online-Marktplatz besteht bereits 1999 und trägt seit dem Jahr 2000 den Namen Marketplace. Amazon.de ist auch bezüglich Umsatz und Kunden der mit Abstand größte Marktplatz in Deutschland. Der horizontale Online Marktplatz ist nicht auf eine bestimmte Warengruppe spezialisiert, sondern zeichnet sich durch ein sehr breites Produktsortiment und eine riesige Kundenbasis aus.
Die Plattform eBay galt lange Zeit als die Adresse für Auktionen schlechthin. Das Unternehmen ging im Jahr 1995 international an den Start, wobei der Launch von eBay.de vier Jahre später verfolgte. Mittlerweile finden sich hier neben Auktionen aber auch viele Festpreisangebote. Bemerkenswert ist die enorme Produktvielfalt des horizontalen Online-Marktplatzes.
Die Liste der Versandhändler, die den Sprung in die digitale Welt nicht geschafft haben, ist lang. Doch eine Ausnahme ist der 1949 gegründete Otto-Konzern. Otto.de ging 1995 als Online-Shop und später auch als E-Marketplace an den Start. Das Sortiment ist zwar recht breit. Spezialisiert hat sich das Hamburger Unternehmen aber vor allem auf die Produktkategorien Elektronik, Haushalt und Mode.
Die Historie von Zalando ist deutlich kürzer. Das 2008 in Berlin gegründete Unternehmen fokussierte sich aber sofort und konsequent auf das Online-Business. Das Kerngeschäft bestand ursprünglich aus dem Verkauf von Schuhen. Sukzessive erfolgte eine Erweiterung auf den Modebereich. Der vertikale Online Marktplatz zeichnet sich durch eine loyale Kundschaft sowie eine starke Marke aus.
Die Wurzeln des 1968 gegründeten Discounters Kaufland liegen im stationären Handel, wo das Unternehmen mit knapp 1.500 Filialen immer noch stark vertreten ist. Ein Meilenstein war die Übernahme des Online-Shops des Konkurrenten real im Jahr 2020. Kaufland.de ist zwar unter den führenden Online-Marktplätzen ein Newcomer. Mit dem Anbieter ist angesichts eines breiten Sortiments mit mehr als 45 Millionen Artikeln in über 5.000 Kategorien sowie der engen Verbindung von stationärem Handel und Online-Shopping aber zu rechnen.
Lesetipp: wenn Du stattdessen eigenen Onlineshop erstellen möchtest, in diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Punkte für Dich gesammelt!

Du bist von den vielfältigen Vorzügen überzeugt, die Dir als Händler ein Online Marktplatz bieten kann? Dann haben wir einige Ratschläge für Dich. Diese können Dir helfen, kostspielige Fehler zu vermeiden.
Entscheide zunächst, auf welchen Online Marktplätzen Du Deine Produkte oder Dienstleistungen verkaufen möchtest. Hier solltest Du Dich einerseits mit der Plattform selbst und ihren Konditionen beschäftigen. Andererseits ist aber auch ein Blick auf Wettbewerber und potenzielle Kunden ratsam. Entwickle auf der Basis einer gründlichen Datenanalyse eine Verkaufsstrategie, die zu Deinem Shop und Deinen Produkten passt und mache auf den Launch Deines Shops aufmerksam. Die Analyse der Daten ist damit allerdings nicht abgeschlossen, sondern sollte laufend, etwa in Form monatlicher Auswertungen, erfolgen.
Vor dem Verkaufsstart solltest Du sicherstellen, dass Du alle rechtlichen und steuerlichen Anforderungen erfüllst. Dazu gehören die Einhaltung von Verbraucherschutzgesetzen, Datenschutzbestimmungen und die korrekte Berechnung und Abführung der Mehrwertsteuer. Du bist unsicher? Dann ist es ratsam, sich vorab über die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Marktplatzes und des Zielmarktes zu informieren und gegebenenfalls rechtlichen Rat einzuholen. Hier können spezielle Foren, Rechtsanwälte und Steuerberater weiterhelfen.
Der erste Schritt, um auf einem bestimmten Online Marktplatz zu starten, ist die Anmeldung sowie die Kontoerstellung. Viele Plattformen begleiten Neulinge hier und erleichtern so den Einstieg. Notwendig ist die Eingabe grundlegender Unternehmensinformationen und eine Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen. Beachte, dass der Prozess unter Umständen mehrere Tage in Anspruch nehmen kann, wenn der virtuelle Marktplatz Deine Anmeldedaten sowie Deine Identität vorab verifizieren möchte.
Nun kannst Du Deinen Shop einrichten. Dazu solltest Du Kaufinteressenten alle wichtigen Informationen bieten. Dazu gehören auf jeden Fall Versandrichtlinien, Hinweise zum Kundenservice sowie gegebenenfalls eine Individualisierung des Layouts. Eine ansprechende „Über uns“-Seite schafft Vertrauen und ist der erste Schritt zur Kundenbindung. Anschließend folgt das oft zeitaufwändige Hochladen von Produktdaten. Achte hier auf ansprechende und aussagekräftige Titel, präzise Beschreibungen, hochwertige Bilder und SEO. Das Endergebnis sollte Interessenten und Suchmaschinen gleichermaßen überzeugen.
Online-Marktplätze haben sich als unverzichtbare Komponente im modernen E-Commerce etabliert. Verkäufer, die hier präsent sind, können von vielfältigen Vorteilen wie einer größeren Reichweite und geringeren Kosten profitieren sowie den Vertrauensvorschuss von Kaufinteressenten und die Infrastruktur der Marktplatzbetreiber nutzen. Gleichzeitig sollten sie Nachteile wie Konkurrenzdichte, Preisdruck und Kontrollverlust im Auge behalten. Trotz dieser Herausforderungen überwiegen vor allem für kleine und neue Händler die Vorzüge, wenn sie erfolgreiche Strategien ausarbeiten und umsetzen. Dazu sollten sie unter anderem Produktlistings optimieren, auf effektives Kundenmanagement setzen und geeignete Plattformen wählen. Führende Online-Marktplätze in Deutschland sind Marktplätze wie Ebay oder Amazon, Otto, Zalando sowie Kaufland.
Online-Marktplätze sind Plattformen, auf denen mehrere Verkäufer ihre Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Sie bieten Anbietern und Nachfragern den virtuellen Rahmen für Transaktionen sowie oft noch weitere Dienstleistungen. Bekannte Online Marktplätze betreiben etwa Amazon, eBay, Otto, Zalando, Kaufland und Etsy.
Online-Marktplätze bieten Händlern eine größere Reichweite, Zugang zu einer breiten Kundenbasis sowie Kostenvorteile. Zudem können sie oft Infrastruktur und Tools der Marktplatzbetreiber nutzen, profitieren von einem Vertrauensvorschuss und können mit geringem Risiko ihr Geschäft internationalisieren.
Die Gebühren variieren je nach Marktplatz. Typisch sind Gebühren für das Listing von Produkten, Transaktionen sowie Verkaufsprovisionen.
Die große Auswahl des optimalen Online Marktplatzes hängt von zahlreichen Faktoren ab. Besonders relevant sind oft Artikel, Wettbewerbssituation, Zielgruppe sowie Art und Ausmaß der Gebühren.
Beim Verkauf auf Online-Marktplätzen musst Du Gesetze und Vorschriften einhalten. Relevant sind hier vor allem Regelungen zu Verbraucher- und Datenschutz sowie Steuern. Eine professionelle und individuelle Beratung kann hier weiterhelfen.
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