


Mit einem White Label Online Shop kannst Du Produkte unter Deiner eigenen Marke verkaufen, ohne sie selbst herstellen zu müssen. Das bringt Dir viele Vorteile hinsichtlich der Kosten, der Organisation und der Preisgestaltung. Viele Online Shops nutzen ein White Label, besonders in der Modebranche ist es weit verbreitet. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Du einen White Label Online Shop erstellen und rechtssicher betreiben kannst, welche Werkzeuge Du dafür benötigst und auf welche Herausforderungen Du Dich einstellen musst.
Dieser Online Shop verkauft unter einem sogenannten White Label. Dieses ist eine Marke, die Du selbst kreierst, ohne der Hersteller der Produkte zu sein. Stattdessen beliefern Dich Hersteller mit ihren Produkten oder auch Dienstleistungen und verzichten auf die Nennung ihres eigenen Markennamens. Du kannst hierfür einen eigenen Online Shop erstellen und die Produkte oder Dienstleistungen unter Deiner eigenen Marke vertreiben, für die Du folgerichtig das Marketing betreibst. White Labels haben fast durchweg eine Kerneigenschaft: Ihre Produkte sind zeitlos designt, die Dienstleistungen sind sehr allgemeingültig gehalten. Es handelt sich beispielsweise um Mode, die eine breite Käufergruppe anspricht, oder um eine Agenturleistung, die viele Menschen benötigen.

Die Vorteile sind vielfältig. Als Händler entfällt für Dich die Notwendigkeit, eine eigene Produktion aufzubauen. Dies erleichtert Dir den schnellen Markteintritt und senkt Deine Kosten. Zudem kannst Du Deine Marke an die Zielgruppe(n) besser anpassen und bist in der Warenverwaltung sehr flexibel. So kannst Du beispielsweise kleine Mengen einkaufen, um Deine Lagerbestände klein zu halten, oder gleich vollkommen auf Dropshipping setzen. In diesem Fall führst Du nur Deinen White Label Online Shop, während der Hersteller auf die Produkte Dein Label setzt, diese für Dich lagert und auch an die Kunden verschickt.
Das kostet zwar einen kleinen Aufschlag, erspart Dir aber sehr viel Aufwand. Wenn Du keinen Versand einrichten möchtest und wenn Lagerkapazitäten in Deiner Stadt sehr teuer sind, wäre das für Dich die passende Lösung. Auch die Hersteller profitieren von dem White-Label-Prinzip, denn sie können günstig produzierte Massenware unter Deiner Marke verkaufen. Häufig führen sie auch eine Eigenmarke mit ganz spezifischen Eigenschaften, die sie nicht durch die Massenware verwässern möchten. Manchmal sind sogar die Produkte für Dein White Label relativ hochwertig, unterscheiden sich aber von der Eigenmarke des Herstellers stark. Dieser möchte jedoch keine gesonderte Marke dafür aufbauen, weil er die Marketingaufwendungen hierfür scheut oder weil er nicht weiß, wie lange er diese Produktlinie herstellen wird. Was auch immer die Gründe sein mögen: White Labels führen so gut wie immer zu einer Win-win-Situation zwischen Produzenten und Händlern.
Die Beispiele lassen sich nach Branchen und sogar typischen Produkten benennen. Die bekanntesten Branchen beziehungsweise Produktgruppen, die das Prinzip des White Labels anwenden, sind:-Mode -Kosmetik-Nahrungsergänzungsmittel-Lebensmittel (Eigenmarken von Aldi, Rewe, Kaufland & Co.)-Gadgets und Elektronik-Software-Gesundheit und Wellness-Büroartikel-Kreditkarten-CDs Beispiele wären unter anderem das Markenprodukt Rama des Herstellers Upfield Holdings und die identische Margarine Sanella als White-Label-Marke, die Elektrowerkzeuge von Bosch, die auch unter der White-Label-Marke SKIL verkauft werden, der Sekt Freixenet, den es beim Discounter auch als White-Label-Marke Delmora Cava gibt, Zwieback von Brandt, den der Discounter als Goldähren verkauft, und die Chips von Bahlsen, die es auch als White-Label-Marke Stapelchips gibt. Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzen.
White Labeling ist in der Tat sehr weit verbreitet. Man könnte sogar annehmen, dass Produzenten und Händler damit ausprobieren möchten, was denn ein guter Markenname wert ist und ob sich die Aufwendungen dafür rechnen beziehungsweise ob sich die mit großem Aufwand etablierten Marken wirklich um so vieles teurer verkaufen lassen. Doch das ist nicht der einzige Hintergrund. Manchmal wurde eine Marke mit ihrer Einführung von allein relativ erfolgreich, sodass der Hersteller und Markeninhaber den Preis heraufsetzen konnte. Später betrieb er (teures) Marketing, um die Aufmerksamkeit der Kundschaft konstant auf das Markenprodukt zu lenken. Das ist allerdings nicht immer erfolgreich. Die Zielgruppe wollte zwar das Produkt, aber dafür nicht den teuren Markennamen bezahlen. Die Menschen lieben das Streichfett Rama, kaufen aber sehr gern auch die identische, jedoch günstigere Margarine Sanella – und das umso mehr, wenn preisbewusste Verbraucher wissen, dass nur der Markenname zugunsten eines günstigeren Preises ausgewechselt wurde. Meistens durchschauen die Kunden das natürlich nicht. Aus diesem Grund kann ein White Label Online Shop sehr erfolgreich sein.

Um einen White Label Online Shop zu erstellen, gehst Du in bestimmten Schritten vor. Zu diesen gehören die vorbereitende Planung und die Auswahl einer geeigneten Plattform für den Online Shop. Darauf folgen die technische Einrichtung und das Marketing.
Bevor Du Dir überhaupt Gedanken über eine Plattform für Deinen Online Shop machst, solltest Du Marktforschung betreiben, Dir Gedanken über Deine Strategie und Dein Geschäftsmodell machen sowie an rechtliche Aspekte denken.
In jeden Fall ist es sinnvoll, für einen Nischenmarkt einen White Label Online Shop zu erstellen. Natürlich steht es Dir frei, auch in den prominenten Märkten zu operieren, doch dort wirst Du auf eine massive Konkurrenz von etablierten Anbietern stoßen. Du könntest möglicherweise deren Preise unterbieten und mit weiteren Qualitäten auftrumpfen, aber diese Anbieter haben sich durch ihr Online-Marketing seit Jahren eine gute Position in den Suchmaschinen aufgebaut, die Du nur schwer überholen kannst. In Nischenmärkten kannst Du viel schneller Erfolg haben. Nischenmärkte könnten beispielsweise sein:-Naturkosmetik-Mode für Mollige-völlig neue Nahrungsergänzungsmittel-besonders nachhaltig produzierte Lebensmittel, die noch kaum jemand anbietet-innovative Gadgets-eine neue Dienstleistung wie mehr Service im Handwerk etc. Die Liste ließe sich fortführen. Es genügt, nach neuen Produkt- oder auch Dienstleistungsideen Ausschau zu halten, für die es bislang noch wenig Angebote gibt.
Welche Zielgruppen kommen für Dein Angebot infrage? Was wünschen diese genau? Du kannst zum Zweck der Zielgruppenanalyse eine sogenannte Buyer-Persona kreieren, die Deine Zielgruppe repräsentiert. Sie hat eine bestimmte Altersspanne und manchmal ein bestimmtes Geschlecht, eine gewisse Kaufkraft, Vorlieben, ein erkennbares Bildungsniveau und ein Umfeld, das sie beeinflusst. Frage Dich anschließend, welche Bedürfnisse diese Buyer-Persona hat und wie Du sie abholst. Zu Letzterem gehört unter anderem, auf welchen Kanälen Vertreter Deiner Zielgruppe unterwegs sind. Diese Kanäle musst Du dann mit passenden Inhalten bespielen. Manche Produkte und Leistungen lassen sich über soziale Medien besser vermarkten als über die Suchmaschine.
Dir stehen prinzipiell zwei Geschäftsmodelle zur Auswahl: Dropshipping oder Lagerhaltung. Beim Dropshipping verschickt der Hersteller die Ware mit Deinem Label an den Kunden. Es kann sich auch um einen Großhändler handeln, der über die erforderlichen Lagerkapazitäten verfügt. Das kostet Dich einen Aufschlag. Wenn Du ein günstiges Lager findest und die Logistik der Lagerwirtschaft und des Versands beherrscht, kann eine eigene Lagerhaltung für Dich günstiger sein. Unterschätze aber den Aufwand hierfür nicht: Du musst auch den Versand der Waren organisieren und benötigst dafür zuverlässige Partner. Dabei spielt es eine Rolle, ob Du nur im Inland oder auch über die Grenzen hinweg Kunden belieferst. Wenn Du Dich für eines der genannten Geschäftsmodelle entschieden hast, kannst Du Deine Preise festlegen, weil Du nun Deine Kosten kennst. Nach der Preissetzung folgt die Umsatzplanung: Wie viele Produkte kannst Du produzieren lassen? Du benötigst liquide Mittel, wenn der Produzent zeitnah Rechnungen stellt oder sogar Vorkasse verlangt.
Lesetipp: mehr zum Thema „Wie ich die White Label Produkte richtig wähle und verkaufe?„
Wenn Du einen White Label Online Shop erstellen möchtest, benötigst Du für die Produkte oft Lizenzen und musst Dich um den Markenschutz kümmern. Der Hintergrund: Du kreierst Deine eigene Marke, die Du eintragen lassen solltest. Ansonsten riskierst Du, dass ein Wettbewerber die Marke übernimmt und von Deinen Marketinganstrengungen profitiert. Die nötigen Lizenzen erhältst Du vom Hersteller. Nicht zuletzt sind beim Betrieb eines White Label Online Shops Datenschutzbestimmungen einzuhalten. So bist Du unter anderem zur Datenminimierung verpflichtet, darfst also als Webmaster von den Besuchern des Online Shops nur zwingend benötigte Daten anfordern. Die Daten sind zudem verschlüsselt zu übertragen. Kümmere Dich also um ein SSL-Zertifikat. Die DSGVO schreibt Integrität und Vertraulichkeit im Umgang mit personenbezogenen Daten vor.
Lesetipp: mehr zum Thema „Rechtstexte für Deinen Onlineshop„
Um Deinen White Label Online Shop zu erstellen, benötigst Du nun eine geeignete Plattform. Ein Vergleich der Top-Plattformen für Online Shops führt zu dieser Auswahl:-Shopify: Wenn Du auf hohe Benutzerfreundlichkeit, viele Anpassungsmöglichkeiten des Online Shops und ein hohes Level beim Support setzt, ist Shopify für Dich die richtige Wahl. In der Tat setzen diverse White Label Online Shops auf diese Software. Unter allen Plattformen für Online Shops hat Shopify eine führende Position inne.-GoDaddy: Diese Plattform erlaubt die leichte Integration mit WordPress und bietet ein hervorragendes E-Commerce-Hosting.-CS-Cart: Solltest Du einen wirklich großen Online Shop einrichten, bietet Dir CS-Chart dafür sehr umfangreiche Funktionen.-PrestaShop, ShopBase, StoreHippo: Diese Softwarelösungen für einen White Label Online Shop punkten mit Spezialfunktionen, die Du für ganz bestimmte Zielgruppen benötigst.

Entscheidend sind die Skalierbarkeit, die Benutzerfreundlichkeit, die Kosten und die mögliche Integration von weiteren Tools. Die Auswahl einer Plattform hängt stark von Deinen Produkten und Zielgruppen sowie von Deinen Plänen für ein Wachstum ab. Pauschal lässt sich sagen, dass Shopify so gut wie allen Anforderungen gerecht wird.
Nach der Auswahl der geeigneten Plattform kannst Du nun Deinen White Label Online Shop erstellen. Zunächst benötigst Du eine Domain. Überlege Dir einen Domainnamen, der auf Deine Produkte und Leistungen hinweist. Die Suchmaschine belohnt dies mit einem besseren Ranking, außerdem merken sich im besten Fall Kunden und Interessenten diesen Namen. Danach kümmerst Du Dich um das Hosting. Du benötigst einen leistungsfähigen, aber nicht zu teuren Anbieter, dessen Hosting skalierbar ist und sich leicht einrichten lässt.
Lesetipp: mehr zum Thema „Onlineshop erstellen„
Überlege Dir nun ein ansprechendes Design für Deinen White Label Online Shop. Es soll auf Deine Produktgruppen hinweisen. Spielzeug ist bunt designt, Technik relativ nüchtern, Mode und Lebensmittel durchaus farbig, aber nicht zu knallig, was auch von der Art der Artikel abhängt. Du kannst für das Design bei Shopify und anderen Plattformen Vorlagen und Themes nutzen. Denke auch daran, dass Dein Design einer bestimmten Brandingstrategie folgen muss: Welche Optik bevorzugt Deine Zielgruppe?
Wähle bei Anbietern Deiner Produktgruppe die passenden Artikel für Deinen White Label Online Shop aus. Importiere deren Produktbeschreibungen mit Bildern in den Online Shop und kümmere Dich anschließend um die SEO, indem Du auf Satellitenseiten und Social Media Artikel über Dein Angebot publizierst.
Wenn Du einen White Label Online Shop erstellen möchtest, benötigst Du mehrere Zahlungsmethoden. Zur Auswahl stehen beispielsweise die Zahlung via PayPal, Kreditkarte, sofortüberweisung.de, Zahlungsanbietern wie Klarna, Banküberweisung und Lastschrift. Auch moderne Zahlungsmethoden wie Google und Apple Pay kannst Du integrieren. Sie sind immer gefragter.
Du kannst Deinen Kunden verschiedene Versandoptionen anbieten oder Dich für einen einzigen Versandpartner entscheiden. Zur Logistik gehört, dass Du wahlweise Deine eigene Lagerhaltung organisierst oder die Dropshipping-Logistik einrichtest. Für Letztere musst Du Dich mit dem Versender der Produkte – dem Hersteller oder einem Großhändler – abstimmen.
Überprüfe, ob Du alle Sicherheitsmaßnahmen für Deinen White Label Online Shop eingerichtet hast. Dazu gehören das SSL-Zertifikat und der Datenschutz der Kundeninformationen.
Du betreibst vorrangig bis ausschließlich digitales Marketing. Dazu gehören SEO (Suchmaschinenoptimierung), Content-Marketing mit passenden Inhalten auf Satellitenseiten und Social Media Marketing.
Lesetipp: mehr zum Thema „Wie ich Marketingstrategie und Vertriebskanäle richtig wähle?
Bei den Werbekampagnen kannst Du auf Google Ads, Facebook Ads und Influencer-Marketing setzen. Wenn Deine SEO-Maßnahmen sehr gut funktionieren, musst Du für die Werbung nicht allzu viel Geld ausgeben.
Kundenbindung funktioniert sehr gut mit E-Mail-Marketing und Treueprogrammen. Denke auch an Kundenbewertungen. Sie erhöhen Deine Sichtbarkeit in der Suchmaschine. Hierfür solltest Du nach Käufen ein Feedback von den Verbrauchern einholen.
Diese Punkte gehören zur ordentlichen Betriebsführung eines White Label Online Shops, den Du mit bestimmten Maßnahmen auch skalieren kannst:-Bestandsverwaltung: Nutze ein Tool für die Automatisierung Deiner Lagerbeständen. Richte außerdem eine Bestellverfolgung für Deine Kunden ein.-Kundensupport: Richte mehrere Kundensupportsysteme ein. Dazu gehören ein Chatbot für die automatisierte Kommunikation, ein E-Mail-Kontakt, ein telefonischer Support und FAQ-Seiten.-Analyse und Optimierung: Mit Analysetools wie Google Analytics kannst Du den Erfolg Deines Online Shops in Echtzeit kontrollieren. Dies ermöglicht Dir eine kontinuierliche Optimierung der Verkaufsprozesse.
Bei allen Online Shops gibt es wiederkehrende Probleme. Diese betreffen die Qualitätskontrolle, Lieferverzögerungen sowie Rückgaben und Reklamationen. Hierfür gibt es aber auch Lösungsansätze. Wende Best Practices für Dein Risikomanagement an und baue zu Deinen Lieferanten solide Beziehungen auf, um diese Probleme zeitnah zu lösen.
Wenn Du Produkte unter einer eigenen Marke verkaufen, aber nicht selbst produzieren möchtest, solltest Du einen White Label Online Shop erstellen. Du hast dabei die Wahl zwischen verschiedenen Plattformen, wobei Shopify als sehr geeignet erscheint. Des Weiteren triffst Du die wichtige Entscheidung, ob Du von vornherein auf Dropshipping setzt oder eine eigene Lagerhaltung und einen eigenen Versand betreibst. White Labels können sehr erfolgreich sein und sind dementsprechend auch sehr oft anzutreffen.
Du musst keine eigene Produktion einrichten und kannst sogar auf die Lagerhaltung verzichten. Das spart nicht nur Kosten, sondern auch viel Organisationsarbeit.
Geeignet sind Shopify, GoDaddy, CS-Cart, PrestaShop, ShopBase und StoreHippo, wobei sich sehr viele Händler für Shopify entscheiden.
Du solltest unter den möglichen Produktkategorien diejenige wählen, von der Du am meisten verstehst und in der Du am besten eine Nische findest. Die Konkurrenz bei etablierter Massenware ist sehr groß.
Du benötigst wahrscheinlich Lizenzen der Hersteller, was im Einzelfall zu überprüfen ist, musst Dein eigenes White Label schützen und zwingend den Datenschutz für Deine Kunden beachten.
Setze vorrangig auf SEO und Social Media Marketing, doch integriere auch Kundenbindungsprogramme und investiere ein wenig in Google Ads und Facebook Ads sowie Werbemöglichkeiten in weiteren sozialen Medien.
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