Auf dem roten Teppich fühlt sich Artur Brauner noch immer wohl - auch wenn der Filmproduzent inzwischen die eine oder andere Glamourgala auslässt.
Denn das Filmgeschäft ist seine Welt. Und er hatte - und hat sie noch immer - alle: Stars und Sternchen aus Deutschland und der ganzen Welt.
Bei ihm, der sich nie bei seinen Filmemachern einmischte (außer, sie waren wirklich schlecht), standen sie gerne vor der Kamera: ...
... Romy Schneider, ...
... O.W. Fischer, ...
... Heinz Rühmann, ...
... Sonja Ziemann (hier mit Götz George), ...
... Peter Alexander und Caterina Valente.
Filmproduzent Artur Brauner, der am 1. August 2013 seinen 95. Geburtstag feierte, prägte mit seiner Berliner "Central Cinema Company" den deutschen Nachkriegsfilm.
Bis heute gilt der Mann mit dem Menjou-Bärtchen und der sorgfältig gewählten Garderobe als Inbegriff des eleganten Filmmoguls.
Artur - oder auch: Atze - Brauner steckt voller Pläne, Vitalität und Energie ...
... und schlägt beim Schach immer noch fast jeden seiner Mitspieler. (Foto: mit Bruder Wolf)
Den 90. Geburtstag vor fünf Jahren feierte die Produzentenlegende mit einer großen Gala, ...
... dieses Mal lässt er es ein bisschen ruhiger angehen ...
... und begeht seinen Geburtstag im Kreise der Familie. (Foto: mit Frau Maria, Tochter Alice und Schwiegersohn)
Als Holocaust-Überlebender schuf Brauner nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit der Berliner CCC praktisch aus dem Nichts ein florierendes Unternehmen für erfolgreiche Unterhaltungsfilme.
Doch Brauner, der 49 Verwandte in den Lagern der Nazis verlor, ist bis heute auch ein unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen.
Viele seiner Filme erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus: ...
... "Morituri" (1948), ...
... "Hitlerjunge Salomon" (1989), ...
... "Babij Jar" (2003) ...
... und "Der letzte Zug" (2006).
"Ich lebe manchmal stundenlang in der Vergangenheit", sagte Brauner einmal. Oft habe er Alpträume, erzählte der 1918 im polnischen Lodz als Sohn eines jüdischen Holzgroßhändlers geborene Produzent.
1946 kam Brauner, der über sein Überleben während der Nazi-Zeit kaum spricht, nach Berlin und gründete im selben Jahr seine CCC- Filmgesellschaft.
Er war alles in einem: Produzent, Autor, Atelierchef, Dramaturg, Besetzungsboss und Buchhalter.
Die CCC-Studios in Berlin-Spandau waren ein kleines Hollywood in Deutschland, mehr als 500 Filme entstanden dort. (Foto: mit Ernst Hannawald und Rainer Schöne)
Ihren Höhepunkt erreichte Brauners Karriere in den 50er und 60er Jahren. Er brachte Filme wie "Der brave Soldat Schwejk", ...
... "Der Tiger von Eschnapur" ...
... und "Mädchen in Uniform" auf die Leinwand. (Foto: Romy Schneider mit Lilli Palmer).
Brauner gilt neben Produzent Horst Wendlandt auch als Vater der Karl-May-Filme. (Foto: mit Anja Kruse)
Von "Der Schut" bis "Old Shatterhand" mit Lex Barker und Pierre Brice ... (Foto: mit Ex-Bundespräsident Walter Scheel)
... verfilmte er in den 60er Jahren viele der Abenteuerromane. (Foto: mit Ehefrau Maria, Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta)
Heute produziert Brauners Tochter Alice für die CCC Filmkunst Fernseh- und Kinofilme.
Gemeinsam mit ihrem Vater brachte sie das preisgekrönte Drama "Wunderkinder" (2011) über den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Ukraine ins Kino. (Foto: Maria Brauner, Alice Brauner und Ehemann Michael Zechbauer mit ihren Kindern Ben und David bei der Kino Premiere am 27.9.2011 in Berlin)
Apropos Kinder: Die spielen in der Familie Brauner eine große Rolle. Neben Alice und ihrer Schwester ist da noch Cousine Sharon, ...
... eine bekannte Sängerin und Schauspielerin, die sich auf ihrem aktuellen Album "Jewels" der jiddischen Musik widmet.
Auch zwei Söhne hat Artur Brauner, ...
... der ursprünglich Abraham hieß. (Foto: Sohn Samuel mit Ex-Freundin Alexandra Christmann, der späteren Ehefrau von Ben Kingsley)
Mit seiner Frau Maria, die während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit leisten musste, ...
... ist er seit 1947 überaus glücklich verheiratet.
Die Familie lebt in Berlin. 1991 wurde die Artur Brauner Stiftung gegründet: Sie fördert die Verständigung zwischen Juden und Christen sowie die Toleranz zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen, ...
... Kulturkreisen, Hautfarben und gesellschaftlicher oder ethnischer Herkunft. Die Stiftung unterstützt Film-Produzenten, die sich diesen Themen widmen, durch die Vergabe des Artur-Brauner-Filmpreises, der mit 25.000 Euro dotiert ist.
21 von Artur Brauner produzierte und co-produzierte Filme über die Nazi-Verbrechen sind auch in der Mediathek der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu sehen.
Brauner bezeichnete diese Vorführungen als "Krönung meines Filmschaffens". (soe/dpa)