Wirtschaft

Bier-Gigant auf Einkaufstour AB Inbev lugt nach Deutschland

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"Wenn alles passt, greifen wir zu": Carlos Brito.

(Foto: REUTERS)

Weniger als drei Jahre nach der Übernahme des US-Konzerns Anheuser Busch verspürt der belgische Bierriese AB Inbev frischen Durst: Diesmal stehen auch Brauereien aus Deutschland auf der Liste. Brauerei-Chef Brito will zugreifen, "wenn alles passt". Zusätzlich pumpt er frische Mittel in Werbung und Vermarktung.

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Hier scheint bereits alles zu passen: Brito greift zu.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev (AB Inbev) ist in Deutschland auf der Suche nach Übernahmekandidaten. "Wir wollen wachsen und aktiv an der Konsolidierung der Branche teilnehmen", sagte Vorstandschef Carlos Brito der "Welt am Sonntag". Der Konzern analysiere systematisch den Markt und schaue sich nach Übernahmezielen um, auch in Deutschland. "Wenn alles passt, greifen wir zu", sagte Brito.

Abgesehen davon kündigte der Getränke-Manager an, im deutschen Markt kräftig in Marketing und neue Produkte investieren zu wollen. AB Inbev steuert und vertreibt insgesamt rund 300 Biermarken, darunter auch bundesweit bekannte Namen wie Beck's, Budweiser, Franziskaner und Löwenbräu.

Die vergangenen Jahre habe sich der Konzern auf die Integration des 2008 übernommenen US-Brauers Anheuser-Busch konzentriert, erklärte Brito. Dabei seien Fortschritte zu vermelden: "Es geht deutlich schneller, als sämtliche Experten und auch wir selbst erwartet hatten, auch beim Abbau der Schulden."

Am Hauptsitz in Belgien geht man davon aus, dass die Einsparungsziele durch Synergien mit 2,25 Mrd. Dollar wesentlich höher ausfallen als erwartet. Auch die Verkäufe hätten mit 9,4 Mrd. Dollar deutlich mehr eingebracht, erklärte Brito. Zudem laufe das Tagesgeschäft "unerwartet stark". Die Ergebnisse aus dem abgelaufenen Jahr werden am kommenden Donnerstag erwartet.

Bier in Deutschland zu billig?

Der niederländische Konkurrent Heineken hatte kürzlich erst seine Jahresbilanz vorgelegt und dank eines Sparkurses im vergangenen Jahr die Gewinnerwartungen übertroffen. Mitbewerber Russland behindert Carlsberg aus Dänemark dagegen litt unter einer drastischen Erhöhung der Alkoholsteuer auf dem wichtigen Markt Russland. Der dänische Brauer warnte zudem davor, dass die Gewinnmargen wegen steigender Rohstoffkosten sinken könnten.

Die höheren Kosten spürt auch AB Inbev: "Die Brauer stehen stark unter Druck wegen stetig steigender Rohstoff-, Verpackungs- und Energiepreise", sagte Brito. "Eigentlich müsste deswegen der Bierpreis erhöht werden, gerade in Deutschland, wo Bier ohnehin deutlich billiger ist als in anderen Ländern."

Doch über den Preis bestimmten der Handel und die Kunden, "und dass die Verständnis für unsere Situation haben, wage ich zu bezweifeln", sagte der Manager. Die nächsten sechs Monate würden zeigen, ob Preiserhöhungen möglich seien.

Quelle: n-tv.de, rts

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