Wirtschaft

Abu Dhabi lässt grüßen Aabar steigt bei Unicredit ein

Aabar, ein Investmentarm des Emirats Abu Dhabi hat bei der italienischen Großbank einen Anteil von 4,99 Prozent übernommen. Bei aktuellem Kurs der UniCredit-Aktie kostet das zugekaufte Paket rund 1,84 Mrd. Euro.

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Alessandro Profumo, CEO der Unicredit Bank: ""Libyen ist unser wichtigster Aktionär"

(Foto: REUTERS)

Der Investmentfonds Aabar Investments aus Abu Dhabi ist zum größten ausländischen Anteilseigner der italienischen UniCredit SpA geworden. Die Aabar Investments PJSC kaufte bereits zum 16. Juni 4,99 Prozent an der italienischen Bank. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor.

Der Anteil von Aabar ist gemessen am Aktienkurs vom 16. Juni rund 1,8 Mrd. Euro wert. Andere ausländische Großaktionäre von UniCredit sind libysche Investoren mit einem Anteil von 4,98 Prozent und der US-Investor Blackrock mit 4,02 Prozent, wie aus Daten der Aufsichtsbehörde Consob hervorgeht.  Vom wem die Anteile abgegeben wurden, wird vorerst nicht genannt. Man habe am Markt zugekauft, so Aabar-Chef Mohamed Badawy Al Husseiny gegenüber Bloomberg. Er bestätigte sein Interesse am Finanzsektor.

Machtverschiebungen werden begrüßt

Der Einstieg der ausländischen Unternehmen könnte das Machtgefüge bei UniCredit verändern. Jahrelang hatten Stiftungen, die rund 12,0 Prozent der Aktien halten, entscheidenden Einfluss bei der Bank.

Davide Serra, Gründer und Manager des britischen Fonds Algebris Investments, der UniCredit-Aktien hält, begrüßte den Einstieg von Aabar. Der Druck, gute Ergebnisse und nachhaltige Werte zu schaffen, werde steigen. Bislang liege der Fokus auf Einfluss und Aufsichtsratsmandate, sagte Serra.

Märkte in Arabien erschließen

UniCredit plant im Gegenzug auch einen Coup im arabischen Raum; nicht in Abu Dhabi, aber in Libyen. Die Hypovereinsbank- und Bank Austria-Mutter reichte offiziell einen Antrag für eine Banklizenz auf dem libyschen Markt ein. "Libyen ist unser wichtigster Aktionär, außerdem ist das Land vom Standpunkt der Finanzierungen für Importe und Exporte, sowie für 'project financing' sehr wichtig. Libyen gehört einer Region an, in der wir in den nächsten Jahren wachsen könnten", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Rampl vor kurzem.

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Aabar-Chef Khadem Al Qubaisi schaut sich um.

(Foto: REUTERS)

Aabar, das börsennotiert ist und zum Staatsfonds IPIC gehört, hat in den vergangenen Jahren sein Engagement in Europa verstärkt und ist unter anderem am Stuttgarter Automobilhersteller Daimler beteiligt. Laut der Webseite der Daimler AG hielt Aabar zum 30.04.2010 insgesamt 9,1 Prozent an dem Dax-Konzern. Im Juni vor fünf Jahren übernahm die Mailänder Bank die deutsche HypoVereinsbank mit ihrer Tochter Bank Austria. 2008 übernahm Aabar in den USA das Private Banking des angeschlagenen Versicherungsriesen AIG für rund 300 Mio. Dollar.

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ

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