Wirtschaft

Überraschende Aussagen Ackermann kritisiert Boni-System

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Josef Ackermann streut sich Asche auf sein Haupt.

(Foto: picture alliance / dpa)

In der Finanzindustrie seien vor der großen Krise teilweise ethisch-moralische Grundsätze verloren gegangen. Diese Einschätzung trifft nicht irgendein Attac-Funktionär, sondern Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann.

Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat im Fall Kirch seine Unschuld bekräftigt. "Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, vor Gericht bewusst falsche Angaben gemacht zu haben, weise ich unverändert zurück", sagte Ackermann dem erstmalig erschienenen "Handelsblatt Magazin".

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Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen Ackermann, seinen Vorgänger Rolf Breuer, den amtierenden Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig sowie einen weiteren Ex-Vorstand des Dax-Konzerns erhoben. Die Ermittler werfen den Managern versuchten Betrug in einem besonders schweren Fall vor.

Die fünf Top-Manager haben nach Ansicht der Staatsanwaltschaft im Kirch-Prozess zusammengewirkt, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu vermeiden. Ob es zum Prozess gegen die Banker kommt, ist noch offen.

"In bestimmten Feldern auf falschem Weg"

Seine Branche sieht Ackermann, der sich Ende Mai 2012 nach zehn Jahren an der Spitze der Deutschen Bank zurückzog, rückblickend kritisch. Es werde immer problematisch, "wenn vor lauter Kampf und Wettbewerb ethisch-moralische Grundsätze verloren gehen", sagte der 66-jährige Schweizer. "Das war in der Finanzindustrie in den Jahren vor der großen Krise leider teilweise der Fall."

Die Vorstandsmitglieder der Bank seien sich damals "ziemlich einig" gewesen, dass das Boni-System "jeden Bezug zur Realität verloren hatte", so Ackermann. Im Deutsche-Bank-Vorstand sei in der Zeit vor der Finanzkrise 2007/2008 durchaus diskutiert worden, "dass wir in bestimmten Feldern auf dem falschen Weg waren", sagte Ackermann.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/AFP

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