Wirtschaft

Düngerbranche in der Krise Aktien von K+S & Co. fehlen die Nährstoffe

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K+S zahlte jüngst erst eine Rekorddividende.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Jahren sind die Papiere der Düngerhersteller auf Abwärtskurs. Ein Boden? Ist noch immer nicht in Sicht. Statt auf eine Trendwende zu hoffen, sollten Anleger sich besser auf anhaltend schwierige Zeiten einstellen.

Harte Zeiten für Norbert Steiner: zahlreiche Investoren üben aufgrund der jüngsten Kursentwicklung harsche Kritik am Vorstandschef von K+S, vor allem weil er im vergangenen Jahr eine Offerte von 41 Euro je Aktie vom kanadischen Konkurrenten Potash Corp. ausgeschlagen hatte. Aktuell notiert das K+S-Papier aber nur mehr um 21 Euro. "Die Aktionärsinteressen wurden aus unserer Sicht in dieser Phase eindeutig nicht priorisiert. Das war eine hundertprozentige Torchance. Herr Steiner hätte den Ball nur noch ins leere Tor schießen müssen", sagte Stephan Werner, Portfoliomanager bei Deutsche Asset Management.

Umso mehr muss Steiner den Dünger- und Salzhersteller auf die anhaltende Eintrübung des Umfelds einstellen. Im ersten Quartal war der Absatz von Kalidünger bei K+S um 13 Prozent auf 1,69 Millionen Tonnen gesunken. Der Durchschnittspreis ging ebenso stark auf 272,4 Euro zurück. Damit hat sich K+S im Vergleich zu etlichen Konkurrenten zwar gut geschlagen, aber deren Ergebnisse und Ausblicke deuten daraufhin, dass das Umfeld in dem Sektor noch schwieriger werden wird als bislang befürchtet.

China hält sich zurück

Das signalisiert auch die Entwicklung beim kanadischen Konkurrenten Potash, dessen Durchschnittspreis für Kali im ersten Quartal um mehr als ein Drittel auf nur mehr 178 Dollar je Tonne eingebrochen ist. Grund sind die hohen Überkapazitäten in der Branche und die weltweit schwache Nachfrage. So hält sich der weltgrößte Nachfrager China mit dem Abschluss eines neuen Liefervertrages weiter zurück, bis die bestehenden Vorräte etwas stärker abgebaut worden sind.

Gleichzeitig dämpft der Währungsverfall in wichtigen Abnehmerländern wie Indien und Brasilien die Nachfrage nach Dünger. "Das Umfeld in der Düngerbranche dürfte noch eine Weile schwierig bleiben", folgert daher Michael Proffe, Chefanalyst vom Börsendienst Proffes Trend Depot.

Potash schockiert mit erneuter Gewinnwarnung

Angesichts der schwachen Nachfrage hat Potash die Prognose für den weltweiten Absatz der Branche für 2016 auf 59 bis 61 Millionen Tonnen ebenso gesenkt, wie jene für den eigenen Absatz auf 8,3 bis 8,8 Millionen Tonnen. Zudem hat der Konzern erneute eine kräftige Gewinnwarnung abgegeben, weshalb die Aktie die Mehrjahrestiefs ins Visier nimmt. Der Branchenprimus Uralkali ist noch etwas skeptischer als Potash. Uralkali geht von einer weltweiten Nachfrage von 58 bis 60 Millionen Tonnen aus, gegenüber 61 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die hauseigene Produktion soll auf 10,3 bis 11,3 Millionen Tonnen zurückgefahren werden.

Nach dem Abwärtstrend haben die Aktien der Düngerhersteller zwar schon etliches von den schlechten Nachrichten eingepreist. Dennoch könnten die Papiere in den nächsten Monaten unter Druck sein. So ist bei den Gewinnschätzungen für Potash keinerlei Boden in Sicht, obwohl die Analysten die 2017er-Schätzungen allein in den vergangenen 60 Tagen um knapp 20 Prozent eingedampft haben. Jene von K+S sind aber erst um lediglich vier Prozent gekürzt worden.

Übernahme unwahrscheinlich

Da sich K+S kaum der schwachen Geschäftsentwicklung bei Potash und Uralkali entziehen dürfte, könnte die Aktie in den nächsten Monaten nach unten drehen. Anleger, die auf ein neues Übernahmeangebot von Potash warten, dürften enttäuscht werden. Denn wegen des Abwärtstrends der Potash-Aktie erscheint eine neue Offerte für K+S unwahrscheinlicher denn je.

Quelle: n-tv.de

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