Wirtschaft

Telekom könnte 20 Milliarden einnehmen Amerikaner wollen T-Mobile US kaufen

Der drittgrößte Mobilfunkkonzern der USA könnte gemeinsame Sache mit dem viertgrößten machen: Sprint will angeblich T-Mobile US kaufen. Von der "ultimativen Kombination" ist die Rede. Das Gerücht treibt die Aktie der Telekom-Tochter nach oben.

Der US-Mobilfunkanbieter Sprint plant wohl, ein Übernahmeangebot für die US-Tochter der Deutschen Telekom vorzulegen. Sprint könnte die Offerte für T-Mobile US in der ersten Jahreshälfte 2014 vorlegen, berichtet das "Wall Street Journal". Das Transaktionsvolumen würde sich voraussichtlich auf mehr als 20 Milliarden Dollar belaufen. Eine Genehmigung der Übernahme durch die US-Behörden gilt zwar als alles andere als sicher. Dennoch schoss der Aktienkurs von T-Mobile US an der New Yorker Börse nach Bekanntwerden der Nachricht um fast 9 Prozent in die Höhe.

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Für die Deutsche Telekom würde sich mit dem Deal eine Möglichkeit eröffnen, aus dem US-Mobilfunkmarkt auszusteigen. Sprint prüfe derzeit, wie ein fusioniertes Unternehmen aussehen könnte und welche regulatorischen Fragen auf den Konzern zukommen könnten. Sprint lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Bei T-Mobile war zunächst niemand zu erreichen. Im September hatte der Finanzchef von T-Mobile US, Braxton Carter, gesagt, dass ein Zusammenschluss mit Sprint die "logische und ultimative Kombination" wäre.

Sollten die Behörden eine solche Transaktion genehmigen, würde der amerikanische Markt künftig nur noch von drei großen Anbietern dominiert. Ein Zusammenschluss der Nummer drei mit der Nummer vier unter den US-Mobilfunkanbietern brächte ein Unternehmen hervor, das es mit den Platzhirschen Verizon Wireless und AT&T aufnehmen könnte.

Zu wenig Wettbewerb?

Allerdings hätten die Kartellbehörden noch ein gewichtiges Wort mitzureden. Ein Experte für Kartellfragen auf dem US-Telekommunikationsmarkt, der namentlich nicht genannt werden wollte, äußerte Zweifel, ob die Übernahme ohne Abstriche durchgewinkt würde. Angesichts der jüngsten Äußerungen von Regierungs- und Behördenvertretern dürfte es für Sprint eine "extrem schwierige" Aufgabe werden, von den Wettbewerbshütern grünes Licht für ein solches Unterfangen zu bekommen.

Die Deutsche Telekom ist mit 67 Prozent an T-Mobile US beteiligt. Der Bonner Konzern hatte im Mai seinen amerikanischen Ableger mit dem Regionalanbieter MetroPCS zusammengelegt, um auf dem Markt endlich eine kritische Größe zu gewinnen. Sprint gehört wiederum zu 80 Prozent dem japanischen Konzern Softbank. Als weiterer Interessent an T-Mobile US gilt auch der Satelliten-Fernsehanbieter Dish, der schon seit längerem mit einem Einstieg in den Mobilfunkmarkt liebäugelt.

US-Verbraucherverbände zeigten sich alarmiert und kritisierten die Gedankenspiele für eine Übernahme. Es gebe schon jetzt viel zu wenig Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt, erklärte die Organisation Free Press. Der Verbraucher wäre bei einer Übernahme der Verlierer, weil früher oder später mit steigenden Preisen zu rechnen sei.

Quelle: n-tv.de, che/rts

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