Wirtschaft

Kräftiges Gewinnplus Amgen hebt Prognose an

Das weltgrößte Biotechunternehmen Amgen hat nach einem überraschend kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben geschraubt.

Amgen.jpgDer US-Konzern profitierte von einer Wiederbelebung seines Geschäfts mit dem Arthritismittel Enbrel sowie von einem Steuerertrag, der mit 115 Mio. US-Dollar zum Ergebnis beitrug. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Nettogewinn um 40 Prozent auf 1,27 Mrd. Dollar. Bereinigt um Sonderposten verdiente der Konzern 1,29 Dollar je Aktie - zwölf Cent mehr als Analysten erwartet hatten.

An der Börse sorgte das für Erleichterung, nachdem der Gewinn vom Amgen noch im ersten Quartal unerwartet deutlich gesunken und die Geschäftsentwicklung bei nahezu allen wichtigen Medikamenten hinter den Erwartungen der Experten zurückgeblieben war. "Das sind überraschend starke Ergebnisse", urteilte Analyst Geoffrey Porges von Sanford Bernstein. Patienten in den USA seien offensichtlich wieder bereit, für teuere Biotechmedikamente Geld auszugeben, nachdem sie sich zum Tiefpunkt der Rezession mit Zuzahlungen zurückgehalten hätten.

Optimismus nimmt zu

Für das laufende Jahr rechnet Amgen nun mit einem Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 4,80 bis 4,95 Dollar, nachdem das kalifornische Unternehmen bislang 4,55 bis 4,75 Dollar in Aussicht gestellt hatte. 2008 lag der Gewinn je Aktie vor Sonderposten bei 4,55 Dollar. Der Umsatz wird 2009 nun voraussichtlich am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 14,4 bis 14,8 Mrd. Dollar liegen. Im Vergleich zum Vorjahr, als Amgen 15 Mrd. Dollar umgesetzt hatte, wäre das aber immer noch ein Rückgang. Im zweiten Quartal sanken die Erlöse um ein Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar.

Für seinen Hoffnungsträger Denosumab hat Amgen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline einen Vermarktungspartner gefunden. Amgen erhält dafür von Glaxo eine Zahlung von zunächst insgesamt 120 Mio. Dollar und wird an späteren Umsätzen beteiligt. Das Mittel, dem Milliardenumsätze zugetraut werden, könnte nach Einschätzung von Experten für Amgen der wichtigste Wachstumstreiber in den kommenden Jahren werden. Sollte Denosumab zugelassen werden, wird Glaxo das Mittel in den Schwellenländern für den Einsatz bei Postmenopausaler Osteoporose (PMO) und bei Krebs vermarkten und Amgen bei der Vermarktung in Europa bei PMO unterstützen. In Nordamerika sowie für den Einsatz bei Krebserkrankungen in Europa behält Amgen die Rechte an dem Mittel.

Quelle: n-tv.de, rts

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23.04.09