Wirtschaft

Strafzölle gegen China-Konkurrenz Anleger schmelzen für deutsche Stahl-Aktien

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Heißes Eisen: Die EU könnte weitere Strafzölle gegen China verhängen.

Gefragt sind die Aktien großer deutscher Stahlkonzerne wie Thyssenkrupp und Salzgitter. Denn die EU könnte ihre Drohung gegenüber Peking war machen und weitere Schutzmaßnahmen gegen Dumpingpreise einführen.

Die Aussicht auf neue Strafzölle für chinesischen Billig-Stahl haben die Aktien europäischer Stahlproduzenten beflügelt. Der größte deutsche Hersteller Thyssenkrupp verbuchte ein Plus von rund vier Prozent, die Aktie war damit Spitzenreiter im Dax. Im Nebenwerte-Index MDax dominierten die Aktien von Stahlproduzent Salzgitter mit einem Gewinn von 3,8 Prozent.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte beim Treffen der sieben größten Industrienationen (G7) Schritte gegen billige Stahlprodukte aus China angekündigt. "Die globalen Überkapazitäten im Stahlbereich sind eine große Sorge für die Europäer", sagte Juncker. Die Stahlflut habe in Europa schon Tausende Arbeitsplätze gekostet. "Wir haben klar gemacht, dass wir unsere Schutzmechanismen im Handel ausweiten werden", sagte Juncker.

USA belegen Chinas Stahl mit Antidumping-Aufschlag

Die Überkapazitäten in China seien nach Schätzungen doppelt so groß wie die gesamte EU-Stahlproduktion. Das von China betriebene Dumping von Stahlprodukten müsse auch berücksichtigt werden, wenn die EU über die von China geforderte Gewährung des Marktwirtschaftsstatus diskutiere, sagte Juncker weiter. Eine solche Einstufung würde China vor teuren Anti-Dumping-Klagen schützen. Die EU-Kommission wolle als nächstes einen Bericht über die Auswirkungen einer Einstufung Chinas als Marktwirtschaft vorlegen.

China ist der weltweit größte Stahlhersteller. Der Westen wirft dem Land vor, wegen Überkapazitäten Stahl unterhalb der Produktionskosten auf den Weltmarkt zu werfen. Die EU-Kommission untersucht die chinesische Preispolitik. Einige Produkte wurden von den Europäern bereits mit Strafzöllen belegt. Auch die USA machen bereits Ernst: Einfuhren chinesischen Edelstahls werden mit Antidumping-Aufschlägen belegt.

Arcelor profitieren zusätzlich von Analystenkommentar

Neben Thyssenkrupp und Salzgitter profitierten auch die Aktien anderer europäischer Stahlproduzenten von der Aussicht auf weitere Maßnahmen gegen die chinesische Billig-Konkurrenz. Die Aktien des finnischen Herstellers Outokumpu legten um 2,5 Prozent zu. Die Papiere des des weltgrößten Stahlproduzenten Arcelormittal erhielten zusätzlichen Schub durch einen positiven Analystenkommentar. Die Papiere stiegen um bis zu acht Prozent auf 4,37 Euro.

Analyst Stephen Benson von Goldman Sachs zufolge eröffnen die Kursverluste der vergangenen Woche eine günstige Gelegenheit zum Einstieg bei Arcelor. Außerdem halte er die bisherige Markterwartung eines operativen Gewinns im Gesamtjahr von 4,8 Milliarden Dollar für konservativ. Er hob das Kursziel auf 5,60 von 5,40 Euro an und bekräftigte seine Kaufempfehlung.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa

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