Wirtschaft

Griechen fassen wieder Mut Athen wagt sich an Kapitalmarkt

Griechenland ist auf dem Weg zurück in die Normalität. Das finanziell angeschlagene Land, dem die EU und der IWF mit einem Rettungspaket von 100 Milliarden Euro unter die Arme greifen, holt sich erneut frisches Kapital direkt an den Finanzmärkten.

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Na also: Wenn es hart auf hart kommen sollte, kann sich der IWF auch eine Verlängerung des bisher befristeten Rettungspaketes für Griechenland vorstellen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das hoch verschuldete Griechenland wagt sich nächste Woche erneut an den Kapitalmarkt. Die staatliche Finanzagentur kündigte die Versteigerung von Schatzanweisungen im Wert von 300 Mio. Euro an. Die Papiere mit 13-wöchiger Laufzeit sollen den Investoren am 21. September angeboten werden. Bei der vorangegangenen Auktion sogenannter T-Bills im Juli nahm das Euro-Land 2,4 Mrd. Euro ein, die mit 4,05 Prozent verzinst wurden und am 22. Oktober zurückgezahlt werden müssen.

Griechenland stand zu Jahresbeginn am Rande einer Staatspleite, weil Investoren kein Geld mehr geben wollten. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds haben Griechenland mit 110 Mrd. Euro vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet, im Gegenzug aber harte Sparmaßnahmen verlangt.

Längere Hilfe - im Notfall

Die Laufzeit der Milliardenhilfen für das angeschlagene Griechenland könnte indes gegebenenfalls verlängert werden. Das verlautete aus Kreisen des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Die außergewöhnliche Unterstützung für Griechenland schließt nicht allein einen zukünftigen Nachfass oder eine zusätzliche Vereinbarung mit dem IWF aus", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Währungsfonds. Beide Szenarien seien aber unwahrscheinlich.

"Der IWF erwartet, dass Griechenland wieder an den Anleihenmarkt zurückkehrt und im kommenden Jahr wieder Mittel am Kapitalmarkt aufnimmt", sagte eine mit der Situation vertraute Person. Abgesehen von der Emission von Schatzwechseln hat sich Griechenland vom Anleihemarkt komplett zurückgezogen.

8,1 Prozent statt 13.6 Prozent

In diesem Jahr soll das griechische Haushaltsdefizit auf 8,1 Prozent von 13,6 Prozent im vergangenen Jahr sinken. Allerdings hat das drakonische Sparprogramm die Wirtschaft tief in die Rezession gedrückt und die Steuereinnahmen geschmälert. In der Bevölkerung regt sich zudem zunehmend Unmut gegen die rigiden Sparmaßnahmen. Streiks legten beispielsweise die Kraftstoffversorgung in dem auf Touristen angewiesenen Land tagelang lahm. Tausende Urlauber waren davon betroffen.

Quelle: ntv.de, DJ/dpa

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