Wirtschaft

"Unzureichendes Risikomanagement"Aufsicht watscht JP Morgan ab

07.06.2012, 07:25 Uhr
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Wegen der Milliardenverluste im Eigenhandel muss sich Bankchef Jamie Dimon vor dem US-Senat verantworten. (Foto: picture alliance / dpa)

Wegen der Milliardenverluste im Eigenhandel bei JP Morgan straft eine US-Aufsichtsbehörde die größte US-Bank erstmals öffentlich ab. Doch damit ist der Spekulationsskandal noch längst nicht vorbei. Auch Bankchef Dimon wird dem US-Senat heute Rede und Antwort in dem Skandal stehen.

Im Spekulationsskandal um die US-Großbank JPMorgan hat der Leiter einer US-Regulierungsbehörde unzulängliche interne Kontrollen für den Milliardenverlust verantwortlich gemacht. Die Investmentabteilung von JP Morgan habe "unzureichendes Risikomanagement" betrieben, sagte Thomas Curry, der das für die Bankenüberwachung zuständige Office of the Comptroller of the Currency (OCC) leitet, vor dem US-Senat. Seine Behörde werte derzeit die Ergebnisse einer Untersuchung aus, um eine "detaillierte Chronologie der Ereignisse" zu erstellen.

Der Top-Beamte erklärte, dass seine Behörde auch "selbstkritisch" prüfen werde, ob ihr bei der Aufsicht Fehler unterlaufen seien. Die Überprüfung werde "in den kommenden Wochen" abgeschlossen sein. Mehrere Regulierungsbehörden haben Untersuchungen des Vorfalls eingeleitet. Im Rahmen der Untersuchung des US-Senats wird auch JPMorgan-Chef Jamie Dimon dem Bankenausschuss heute Rede und Antwort stehen.

JP Morgan hatte im Mai einräumen müssen, durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen einen Verlust von mindestens zwei Mrd. US-Dollar erlitten zu haben. Die Verluste könnten aber auch deutlich höher sein. Laut "Wall Street Journal" soll Bankchef Dimon intern die Zahl von fünf Mrd. Dollar genannt haben. Die britische Zeitung "The Independent" berichtete unter Berufung auf Händler sogar von Verlusten von sieben Mrd. Dollar.

Quelle: ntv.de, hvg/AFP