Wirtschaft

Nur Mini-Plus in Deutschland Auto-Boom geht zu Ende

Die Autobranche muss auch in Deutschland kleinere Brötchen backen. Experten zufolge normalisiert sich die Auftragslage. Auch auf dem wichtigen US-Markt zeigen die Verbraucher langsam Nerven.

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Ende der langen Lieferzeiten in Sicht.

(Foto: dpa)

Der Konjunkturabschwung hat den in diesem Jahr bislang boomenden deutschen Automarkt eingeholt: Im Oktober lag das Plus bei den Neuzulassungen gerade noch bei 0,6 Prozent. Bislang war Deutschland einziger Lichtblick bei der Pkw-Nachfrage in Europa, wo vor allem die südeuropäischen Staaten unter der Schuldenkrise ächzen. Wegen der Absatzschwäche dort geriet auch der Export aus dem Tritt, bislang Garant für eine hohe Auslastung der Pkw-Werke.

Nun hat die Verunsicherung offenbar auch die deutschen Käufer erfasst. Im vergangenen Monat wurden nach Angaben des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) rund 258.000 Neuwagen registriert, nur geringfügig mehr als vor Jahresfrist. Seit Jahresbeginn kamen hierzulande rund 2,7 Millionen Autos neu auf die Straßen - insgesamt liegen die Neuzulassungen damit noch knapp zehn Prozent über dem Vorjahr.

Inzwischen hat sich die Auftragslage in Deutschland normalisiert. Ein Ende der langen Lieferzeiten ist Branchenangaben zufolge absehbar. "Der Konjunkturabschwung kommt, alle Prognosen sagen das voraus", sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. "Von daher wird der Verbraucher zunehmend vorsichtiger bei großen Anschaffungen wie dem Auto." Die Folge ist, dass die Rabatte wieder steigen.

Beim Export sind ebenfalls Bremsspuren zu erkennen: Die Zahl der an die Kundschaft im Ausland gelieferten Autos war nach Angaben des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) im Oktober mit 378.000 Einheiten unverändert zum Vorjahr. In den vergangenen Monaten war der Pkw-Export teilweise mit hohen Zuwachsraten gestiegen. Als Folge des Rückgangs der Pkw-Nachfrage in Südeuropa liefen hierzulande im Oktober weniger Neuwagen von den Bändern. Für 2011 ist die Branche dennoch weiter zuversichtlich: "Für das Gesamtjahr erwarten wir weiterhin neue Höchststände bei Produktion und Export", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann.        

US-Markt wächst - noch   

Auch auf dem wichtigen US-Markt zeigen die Verbraucher langsam Nerven. Die Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen stieg dort im Oktober zwar, allerdings lag das vor allem am hohen Alter der bestehenden Fahrzeugflotte. Die auf amerikanischen Straßen verkehrenden Autos kommen inzwischen auf ein Durchschnittsalter von fast elf Jahren - den höchsten Wert seit Jahrzehnten. Irgendwann müssen die alten Wagen ersetzt werden, denn in keinem anderen Land sind die Menschen so stark von ihren Autos abhängig, um mobil zu bleiben. Inzwischen machen sich die US-Verbraucher aber zunehmend Sorgen, dass die Schuldenkrise in Europa auf die langsame Erholung der Wirtschaft in ihrer Heimat abfärbt.        

Vor allem US-Marktführer General Motors bekam das zu spüren. Die Verkäufe der Opel-Mutter legten im vergangenen Monat nur um 1,7 Prozent zu. GM begründete dies unter anderem mit geringeren Rabatten. Etwas besser schnitt Ford ab, der Absatz der Nummer zwei am US-Markt kletterte um 6,2 Prozent. Unter den drei US-Herstellern steigerte sich die von dem italienischen Autobauer Fiat kontrollierte Marke Chrysler mit 27 Prozent am stärksten. Der Anstieg zeigt, wie weit die Erholung von Chrysler seit der Pleite vor zwei Jahren vorangeschritten ist.

Stärker als ihre amerikanischen Rivalen legten die deutschen Autobauer zu - allen voran Volkswagen. Dank des speziell auf den Geschmack der US-Käufer abgestimmten Passat und des Jetta sprang der Absatz von Europas größtem Autobauer um 40 Prozent nach oben. Dagegen erlitten die japanischen Autobauer Toyota und Honda einen neuerlichen Rückschlag. Nachdem sich die Produktion nach der Erdbebenkatastrophe in ihrer Heimat gerade erst normalisiert hatte, stockt nun wegen der Flut in Thailand die Lieferung von Teilen. In dem asiatischen Land werden wichtige Elektronikbauteile für Autos hergestellt. Honda hat wegen der Überschwemmungen in Thailand bereits seine Gewinnprognose kassiert.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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