Wirtschaft
Karsten Mühlenfeld (r.) und der BER-Beauftragte des Landes Brandenburg Rainer Bretschneider.
Karsten Mühlenfeld (r.) und der BER-Beauftragte des Landes Brandenburg Rainer Bretschneider.(Foto: dpa)
Montag, 06. Juni 2016

Letzte Lösung Sprengen?: BER-Chef übt sich in Optimismus

Eigentlich scheint klar zu sein: Mit der Eröffnung des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg Ende 2017 wird das nichts. Zu groß die Probleme, zu ideenlos die Verantwortlichen, zu mau die Kassen. Doch BER-Chef Mühlenfeld bleibt eisern optimistisch.

Berlins Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sieht nur noch eine geringe Möglichkeit, den neuen Hauptstadtflughafen wie geplant im Herbst 2017 zu eröffnen. "Wir sehen nach wie vor die Chance, 2017 fertig zu werden, auch wenn die klein ist", sagte Mühlenfeld im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags. "Ich möchte das aber hier noch nicht abmoderieren." Das Problem sei nach wie vor die ungelöste Entrauchung im Brandfall zwischen dem unterirdischen Bahnhof und dem direkt darüber liegenden Flughafen-Terminal.

Damit fehle nach wie vor die für den Weiterbau ab spätestens August notwendige Baugenehmigung, berichtete Mühlenfeld. "Das Problem ist im Detail erst im März auf uns zugekommen", meinte er. Der BER sei der erste Flughafen, der ohne Zwischentüren einen direkten Zugang vom Bahnhof zum Terminal hat. "Warum das so ist, weiß ich nicht und auch nicht, warum kein Fachmann erklärt hat, dass es mit Türen günstiger wäre", bekannte der Flughafenchef.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) setzte dagegen weiterhin auf eine pünktliche Fertigstellung. "Auch wenn es ein Bauwerk ist, dass es in dieser Form noch nicht gegeben hat, muss es eine technische Lösung geben", beharrte Schneider. Diese müsse nun gefunden werden.

Liquidität nur noch bis August gesichert

Der Landtagsabgeordnete Dierk Homeyer von der oppositionellen CDU flüchtete sich daraufhin in Ironie. Die Verantwortlichen könnten sich angesichts der ungelösten Probleme, den "Schleiertanz" um den Eröffnungstermin 2017 langsam sparen, meinte Homeyer. Der Abgeordnete Christoph Schulze kommentierte Schneiders Aussage sarkastisch: "Was soll es denn da für eine Lösung geben, als dass man einen Teil des Bahntunnels wegsprengt?", fragte er.

Doch auch bei der Finanzierung des Weiterbaus gibt es Probleme. Immer noch steht die Genehmigung der EU für eine weitere Finanzspritze bis zu 2,2 Milliarden Euro aus. "Ich habe die Hoffnung, dass die Genehmigung bis zur Sommerpause vorliegt", sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) dazu lediglich. Sollte dies "wider Erwarten" nicht geschehen, müssten sich die Eigentümer Lösungen überlegen. Nach Angaben von Mühlenfeld ist die Liquidität der Flughafengesellschaft nur noch bis Mitte August gesichert.

Quelle: n-tv.de