Wirtschaft

Eröffnungstermin weiter unklar BER-Macher planen bereits Billig-Ausbau

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Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses und der Senatsverwaltung auf der Baustelle des Flughafens Berlin Brandenburg (BER).

(Foto: picture alliance / Bernd Settnik)

Wann der neue Großflughafen nahe Berlin endlich den Betrieb aufnimmt? 2018 lautet das Ziel, sicher ist das aber nicht. Dennoch schmieden die Verantwortlichen schon Pläne zum weiteren Ausbau -allerdings unter neuen Vorzeichen.

Es scheint ein Umdenken zu geben bei den Verantwortlichen des neuen Hauptstadtflughafens: Beim weiteren Ausbau des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) wollen die Verantwortlichen stärker auf die Kosten achten. Das geplante zusätzliche Abfertigungsgebäude neben dem Hauptterminal wird nun mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt und würde damit halb so teuer wie bislang geplant, wie Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung ankündigte.

Der Bau mit dem Kürzel T1-E für sechs Millionen Passagiere im Jahr soll Anfang 2020 fertig sein, ein Jahr früher als zuletzt geplant. Der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte den Bau schon als "Low-cost-Terminal" konzipiert. Durch Modulbauweise in Industriebaustandard sollen nun Einsparungen erreicht werden.

"Keine gewaltigen Fortschritte"

Auch der spätere Ausbau des zu klein geratenen Flughafens nach 2025 soll demnach preisgünstig und zudem aus Eigenmitteln des Unternehmens erfolgen. Ein Masterplan dafür soll bei der Aufsichtsratssitzung Anfang Juli besprochen werden. "Wir werden keine hochkomplexen Gebäude mehr konzipieren, die einen so hohen Standard haben, dass man sie am Ende nicht beherrschen kann", sagte Lütke Daldrup mit Blick auf das Hauptterminal.

Das Hauptterminal kann nach zahlreichen Umplanungen, Technikproblemen und Baumängeln seit über fünf Jahren nicht in Betrieb gehen. Der Kostenrahmen wuchs seit Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro. Einen Eröffnungstermin will Lütke Daldrup im Sommer nennen. Erklärtes Ziel ist ein Start 2018. Sicher ist das aber noch nicht. Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider bekannte, dass "keine gewaltigen Fortschritte" auf der Baustelle zu verzeichnen seien.

Quelle: ntv.de, kst/dpa