Wirtschaft
Donnerstag, 07. Juli 2011

Affären bei Ergo: Bafin verlangt Aufklärung

Die Turbulenzen bei Ergo rufen jetzt auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf den Plan. Die Behörde fordert vom Versicherungskonzern eine Berichterstattung zur Sex-Party in Budapest und zu falschen Kostenberechnungen bei Riester-Verträgen.

(Foto: dpa)

Die Affären beim Versicherungskonzern Ergo sind jetzt auch ein Thema für die Finanzaufsicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) habe von der Munich-Re-Tochter Aufklärung zu den Themen gefordert, die seit Wochen die Schlagzeilen bestimmen, berichtet das "Handelsblatt".

Die Bafin stehe zu den aktuellen Themen der Medienberichterstattung über Ergo mit dem Unternehmen in engem und regelmäßigem Kontakt, sagte eine Sprecherin der Behörde. Man lasse sich ausführlich berichten und prüfe die Dinge gegebenenfalls auch vor Ort, wenn dies notwendig sein sollte.

Ergo war durch eine Sex-Party mit Prostituierten 2007 in Budapest als Belohnung für Versicherungsvertreter in die Schlagzeilen geraten. Außerdem musste der Versicherungskonzern einräumen, dass er Kundenabzocke mit Riester-Rente verkauft hatte. Zudem soll Ergo Kunden für sie ungeeignete Versicherungspolicen verkauft haben. Der Konzern hatte dafür Entschädigungen angekündigt und sich in großen Zeitungsanzeigen entschuldigt.

Tagesgeschäft nur gering betroffen

Ergo-Chef Torsten Oletzky räumte einen Imageschaden für die Versicherungsgruppe ein. Es sei klar, dass durch die Skandale ein Reputationsschaden entstanden sei, sagte er laut "Handelsblatt" bei einer Veranstaltung der US-Handelskammer in Deutschland (Amcham). Dass jetzt dieses Thema an der Marke Ergo klebe, sei dem Management vollkommen bewusst.

Im Tagesgeschäft halten sich die Auswirkungen der Skandale nach Darstellung von Ergo-Personalvorstand Ulf Mainzer bislang in Grenzen: "Wir haben rund 500 Kündigungswünsche erhalten, die auf die Vorgänge in Budapest zurückzuführen sind. Bei 20 Millionen Kunden, die wir betreuen, ist das eine überschaubare Zahl", sagte er der "Berliner Zeitung". Auch beim Neugeschäft habe man wenige Einbußen festgestellt. Die Themen seien aber noch zu frisch.

Quelle: n-tv.de