Wirtschaft

Einmalzahlung und Lohnerhöhung Bahn legt GDL neues Angebot vor

Bröckeln die verhärteten Fronten? Unter dem Druck der neuerlichen Streikankündigung der Lokführer legt die Bahn ein Angebot vor. Bei einer Kernforderung der GDL bewegt sich der Konzern aber nicht.

In den Tarifstreit zwischen Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft GDL kommt offenbar Bewegung. Wenige Stunden nachdem die GDL neue Streiks für das Wochenende angekündigt hat, legt die Bahn ein neues Angebot vor. Es soll eine dreistufige Einkommenserhöhung um fünf Prozent verteilt auf 30 Monate enthalten. Hinzu komme eine Einmalzahlung von rund 325 Euro.

Das Angebot wird den Angaben zufolge ausschließlich den Lokführern unterbreitet. Die Bahn wiederholte zudem ihre Bereitschaft, mit der GDL auch über andere Berufsgruppen sprechen zu wollen. Die Offerte enthält auch die Einstellung von 200 zusätzlichen Lokführern im Jahr 2015. Außerdem solle die Schichtplanung für die Lokführer verbessert werden. Ferner forderte das Unternehmen, den Arbeitskampf am Wochenende auszusetzen.

Am Sonntag könnten sich Bahn und GDL dann zusammensetzen, sagte ein Bahn-Sprecher. Es bleibe aber dabei, dass es Tarif-Konkurrenz verschiedener Gewerkschaften für die gleiche Berufsgruppe im Unternehmen nicht geben dürfe.

Ungeachtet der neuen Offerte griff die Bahn den GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky wegen des langen Streiks scharf an. Dieser habe jegliches Maß verloren, sagte ein Sprecher. Millionen Reisende hätten am Wochenende darunter zu leiden. Die Bahn versprach, Tausende Beschäftigte zusätzlich einzusetzen, um stecken gebliebene Fahrgäste zu beraten. Mittels eines Notfallfahrplans sollen immerhin 30 Prozent aller Zugverbindungen rollen.

Züge im Güterverkehr stehen still

Die GDL fordert bislang fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Vor allem aber will sie auch Schaffner und Beschäftigte der Bord-Gastronomie vertreten. So soll die Sparten-Gewerkschaft an Größe gewinnen, um durch das geplante Gesetz zur Tarifeinheit nicht überflüssig gemacht zu werden.

Derweil hat am Nachmittag der bisher längste Lokführerstreik in diesem Jahr begonnen. Keine zwei Tage nach dem letzten Ausstand haben am Freitagnachmittag als erste die Lokführer im Güterverkehr die Züge stehenlassen. Das bestätige eine Sprecherin der Gewerkschaft GDL.

Ab 2.00 Uhr am morgigen Samstag sind auch die Kollegen im Personenverkehr bundesweit zum Streik aufgerufen. Betroffen sind Fern- und Regionalzüge ebenso wie S-Bahnen, die zur Deutschen Bahn gehören. Schon am Freitag fielen Züge aus, weil die Bahn einen Ersatzfahrplan einsetzte, um während des Streiks ein Rumpfangebot aufrecht erhalten zu können. Der Streik endet am Montag um 4.00 Uhr.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts/DJ

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