Wirtschaft

"Wir stecken noch mittendrin" Banken rechnen mit Jobabbau

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Stellenabbau bei öffentlichen Banken: "Genau beziffern kann man das derzeit nicht."

(Foto: REUTERS)

Der kalte Wind der Krise weht weiter durch die Büroetagen der deutsche Kreditwirtschaft: Beim Verband der öffentlichen Banken rechnet man fest mit einem Stellenabbau. Wie viele Arbeitsplätze es treffen wird, lässt sich offenbar noch nicht absehen.

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Hans Reckers (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) rechnet angesichts der Finanz- und Euro-Schuldenkrise mit weiteren Konsolidierungsmaßnahmen in der deutschen Bankenbranche.

Zwar werde es wohl keine weiteren Stützungsaktionen durch den Staat geben müssen, sagte Hauptgeschäftsführer Hans Reckers der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Aber viele Bankhäuser schmelzen weiterhin ihre Bilanzen ab." Bei einem Teil der Banken sei daher mit einem weiteren Stellenabbau zu rechnen.

"Es trifft mehr den Investment- als den Privatkundenbereich. Genau beziffern kann man das derzeit aber nicht", sagte Reckers. Die Finanzkrise sei längst nicht überwunden, warnte er vor zu großem Optimismus. "Wir stecken noch mittendrin." So zeigten die Märkte für Interbankenkredite weiterhin ein erhebliches Misstrauen unter den Instituten.

Reckers warnte außerdem erneut vor den Folgen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Der daraus resultierende negative Realzins lasse das Vermögen von Millionen Bürgern, Unternehmen oder Versicherungen abschmelzen.

Wirtschaftliche und ideelle Interessen

Als Hauptgeschäftsführer des VÖB spricht Reckers für einen Verband, der insgesamt 62 Mitgliedsinstitute vertritt, darunter prominente Landesbanken wie etwa die BayernLB, die LBBW, die HSH Nordbank, die NordLB und die Helaba.

Zu den derzeit 33 "ordentlichen" Mitgliedern zählt der Verband zudem die bundes- und ländereigenen Förderbanken wie zum Beispiel die KFW-Tochter KFW Ipex-Bank. Als "außerordentliche" Mitglieder führt der VÖB unter anderem die Aareal Bank, die Börse Stuttgart, die Postbank, die KfW-Bankengruppe, einzelne Sparkassen sowie einzelne Lotterie-Gesellschaften.

Die Unterschiede der beiden Mitgliedskategorien erklärt der Verband so: "Außerordentliche Mitglieder sind Banken oder andere juristische Personen oder sonstige Vereinigungen, deren Interessen denen der ordentlichen Mitglieder gleich oder ähnlich sind oder deren Mitgliedschaft eine Förderung des Vereinszwecks erwarten lässt."

Quelle: ntv.de, rts