Wirtschaft

Geldschwemme stößt auf Kritik Bernanke verteidigt Fed-Kurs

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die US-Notenbank versucht mit einer lockeren Geldpolitik die US-Wirtschaft auf Schwung zu bringen. Die Fed-Bilanz hat sich dadurch seit 2008 auf 3 Billionen Dollar verdreifacht. Allerdings bleiben die grißen Erfolge bisher aus. Das ruft Kritiker auf den Plan.

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Seine umstrittene Politik des billigen Geldes hat US-Notenbankchef Ben Bernanke im Kongress verteidigt. Die Vorteile des milliardenschweren Anleihen-Ankaufprogramms zum Ankurbeln der Wirtschaft seien zurzeit eindeutig größer als die zu erwartenden Nachteile, betonte Bernanke vor dem Banken-Ausschuss des Senats. Die Protokolle der jüngsten Zinssitzung hatten Zweifel an der Dauerhaftigkeit des eingeschlagenen Kurses aufkommen lassen. Demnach denken mehrere Notenbanker laut darüber nach, die erst im Januar auf 85 Mrd. Dollar pro Monat aufgestockten Wertpapierkäufe der Federal Reserve früher als geplant zurückzufahren oder zu stoppen.

Wegen des im Kongress tobenden Haushaltsstreits mahnte Bernanke die Parlamentarier zugleich, es nicht auf massiv gebündelte Ausgabenkürzungen ankommen zu lassen: "Das würde 'erheblichen Gegenwind' für die konjunkturelle Erholung bedeuten", betonte der Fed-Chef. Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht in letzter Minute einigen, werden ab März Ausgaben automatisch gekappt - mit womöglich gravierenden Folgen für die noch immer fragile Erholung der US-Wirtschaft.

Haushaltsstreit drückt auf Konjunkturausblick

Die von dem Fed-Chef angestoßene Anti-Krisen-Politik hat die Bilanz der Notenbank massiv aufgebläht. Sie ist mit einer Summe von 3 Billionen Dollar nun drei Mal so groß wie 2008. Kritiker der Fed-Geldschwemme geben zu bedenken, dass der Arbeitsmarkt trotz aller Konjunkturspritzen und der Nullzinspolitik noch längst nicht über den Berg ist. Im Januar stieg die Arbeitslosenquote sogar auf 7,9 Prozent.

Die Fed will die Ankäufe jedoch so lange fortsetzen, bis sich die Perspektiven durchgreifend verbessert haben. Bernanke dürfte auch mit Blick auf die von den Wahlen in Italien ausgehenden Turbulenzen in der Eurokrise nun für geldpolitisches Kurshalten plädieren.

Quelle: ntv.de, rts