Wirtschaft

Enge Verflechtung mit Eurozone Briten geraten in den Strudel

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Großbritannien muss um sein Top-Rating bangen.

(Foto: dpa)

Eine Nichtmitgliedschaft in der Eurozone schützt nicht vor Herabstufung: Diese Erfahrung macht Großbritannien. Das AAA-Rating ist in großer Gefahr, denn Moody's sendet einen negativen Ausblick nach London. Die Insel-Wirtschaft ist stark mit der euroländischen verquickt. Zudem wirkt sich das rigorose Sparen wachstumshemmend aus.

Euro / Britisches Pfund
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hat die Regierung in London ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik verteidigt. "Es ist sehr klar, wovor uns die Ratingagentur warnt", sagte der britische Schatzkanzler George Osborne der BBC. Moody's werde Großbritannien herabstufen, wenn das politische Engagement zum Umgang mit den Schulden nachlasse. Die britische Regierung hatte in den vergangenen Monaten strikte Ausgabenkürzungen beschlossen.

Mit der Moody's-Entscheidung hat die Schuldenkrise in der Eurozone nun endgültig auch das Vereinigte Königreich, das die Gemeinschaftswährung nicht eingeführt hat, eingeholt. Die Regierung in London muss erstmals um die britische Top-Bonitätsnote fürchten, weil die Ratingagentur den Ausblick für das wertvolle AAA auf negativ setzte.

Angesichts der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit der Eurozone gefährde die Krise auch die Kreditwürdigkeit Großbritanniens, erklärte die Agentur. Zudem untergrabe die von der Krise mitverursachte wirtschaftliche Flaute die Sparbemühungen der Regierung. Osborne sprach in diesem Zusammenhang von einem Weckruf: "Großbritannien muss sein Schuldenproblem angehen", mahnte er.

Sparkurs wird beibehalten

Die britische Wirtschaft habe in den kommenden Jahren nur schwache Wachstumsaussichten, erklärte Moody's. Damit gerate das Ziel der Regierung in Gefahr, den Schuldenberg ab dem Fiskaljahr 2015/2016 abzutragen. Zwar sprachen die Bonitätshüter Premierminister David Cameron und dessen Spar-Versprechen ihr grundsätzliches Vertrauen aus. "Dennoch geht Moody's davon aus, dass die britischen Schulden ihren Höhepunkt später und auf einem höheren Niveau erreichen werden als in den meisten anderen Ländern mit einem AAA-Rating", erklärte die Agentur. Zusätzlich könne der Sparkurs der Regierung und der hoch verschuldeten Haushalte die Wirtschaft zusätzlich schwächen. Auch im Bankensektor schlummerten noch Gefahren, warnte Moody's.   

Osborne versicherte, dass die konservativ-liberale Regierung nicht von ihren Konsolidierungsbemühungen abrücken werde. Andernfalls drohe dem Land ein Vertrauensverlust bei den internationalen Investoren. Ohne einen Abbau der Schulden könne die Wirtschaft nicht zu Wachstum zurückkehren, mahnte Osborne. "Dies ist ein Weckruf für jeden, der denkt, Großbritannien könne seinen Schuldenproblemen aus dem Weg gehen." Die Regierung Cameron steht derzeit unter wachsendem Druck, die Einschnitte etwas abzumildern, um die Wirtschaft nicht vollends abzuwürgen.

Quelle: ntv.de, wne/AFP/rts

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