Wirtschaft

"Wird definitiv böse enden" Buffett rechnet mit Bitcoin-Crash

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(Foto: AP)

Der sagenhaften Aufstieg des Bitcoin kann die Investorenlegende nicht locken: Obwohl enorme Kursgewinne winken, hält sich Warren Buffett bei Digitalwährungen zurück. Der erfahrene Börsenprofi rechnet fest mit einem "bösen Ende".

US-Starinvestor Warren Buffett glaubt nicht an einen dauerhaften Erfolg des Bitcoin und anderen Digitalwährungen. "Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden", sagte der 87-jährige Börsen-Guru im US-Sender CNBC. Wann es soweit sein werde, könne er allerdings nicht sagen, betonte er.

Eigenen Angaben zufolge spekuliert Buffett selbst mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway bislang noch nicht aktiv auf einen Bitcoin-Crash. Die Frage, ob er mit sogenannten Futures gegen Kryptowährungen wette, verneinte Buffett. Er würde aber mit langfristigen Optionsgeschäften - etwa über einen Zeitraum von fünf Jahren - auf Kursverfall setzen, wenn dies möglich wäre.

Buffett räumte jedoch auch offen ein, sich mit Bitcoin und dem Thema Digitalwährung nicht sonderlich gut auszukennen. "Doch ich denke, was derzeit abläuft, wird definitiv böse enden", so die Investorenlegende.

An den Märkten bleibt der Bitcoin-Kurs unterdessen weiter starken Kursschwankungen ausgesetzt. Zur Wochenmitte kostet ein Bitcoin knapp 14.106 Dollar und damit 2,6 Prozent weniger als Vortag. Im frühen Handel war der Kurs der Cyber-Devise zeitweise um bis zu sieben Prozent eingebrochen. Anhaltender regulatorischer Druck setze dem Bitcoin weiter zu, hieß es aus dem Handel.

Aufstieg der Digital-Devisen

Auf die Stimmung drückte zuletzt etwa unter anderem die Ankündigung Südkoreas, einige Banken wegen möglicher Geldwäsche im Zusammenhang mit virtuellen Währungen ins Visier zu nehmen, sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. Außerdem will China Bitcoin-"Schürfern" den Strom abdrehen.

Vor diesem Hintergrund kürten Krypto-Anleger Ethereum zu ihrem neuen Favoriten, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Ethereum hat mit der Technologie und starken Community die beste Chance, Bitcoin als größte Kryptowährung der Welt abzulösen." Kurzfristig sei eine Rally bis auf 2000 Dollar "durchaus vorstellbar".

Wertzuwachs: 1300 Prozent

Marktbeobachtern zufolge verteuerte sich Ethereum seit Jahresbeginn um gut 70 Prozent auf aktuell 1296 Dollar. Bitcoin büßte im gleichen Zeitraum 6,5 Prozent ein. Im vergangenen Jahr gewann Ethereum 7200 Prozent an Wert, Bitcoin kam "nur" auf 1300 Prozent. Mit 231 Milliarden Dollar ist die Marktkapitalisierung der ältesten Cyber-Devise aber immer noch etwa doppelt so hoch wie die von Ethereum.

Bei Ethereum handelt es sich im Gegensatz zu Bitcoin nicht nur um eine virtuelle Währung, sondern auch um eine technologische Plattform, bei der Finanztransaktionen mit digitalen Verträgen, sogenannten "Smart Contracts" verknüpft werden können.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/rts