Wirtschaft
"Es ist nicht richtig, dass sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein um einen vorzeitigen Rücktritt von Herrn Kopper als Aufsichtsratsvorsitzenden bemüht haben."
"Es ist nicht richtig, dass sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein um einen vorzeitigen Rücktritt von Herrn Kopper als Aufsichtsratsvorsitzenden bemüht haben."(Foto: dapd)
Freitag, 11. Januar 2013

Wirbel bei der HSH Nordbank: Chefaufseher Kopper gibt auf

Die HSH Nordbank braucht einen neuen Chef für ihren Aufsichtsrat: Der bisherige Vorsitzende, Hilmar Kopper, muss dem Druck weichen und sein Amt vorzeitig abgeben. Im Hintergrund waschen die Eigner ihre Hände in Unschuld. Der Nachfolger steht angeblich bereits fest.

Die Position war nicht mehr zu halten: Hilmar Kopper, hier bei einer Rede in Hamburg (Archivbild).
Die Position war nicht mehr zu halten: Hilmar Kopper, hier bei einer Rede in Hamburg (Archivbild).(Foto: dapd)

Hilmar Kopper legt sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der HSH Nordbank vorzeitig nieder. Das teilte das Hamburger Geldhaus am Morgen mit und bestätigte damit einen entsprechenden Zeitungsbericht.

Neuer Aufsichtsratschef der krisengeschüttelten HSH Nordbank soll nach bislang unbestätigten Informationen der frühere Hamburger Senator Thomas Mirow werden, hieß es aus Kreisen der HSH-Anteilseigner.

Offiziell soll Koppers Nachfolger gegen Mittag vorgestellt werden. Der 60-jährige Mirow hat im Lauf seiner Karriere eine Vielzahl von Positionen in Hamburg, auf Bundesebene und international wahrgenommen. Er war unter anderem Chef der Hamburger Senatskanzlei, Wirtschaftssenator, SPD-Kandidat für die Position des Hamburger Bürgermeisters, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und zuletzt Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Osteuropabank). Eine angestrebte Wiederwahl für diese Position verpasste Mirow im Mai vergangenen Jahres knapp. Gegenwärtig arbeitet er für die Londoner Investmentfirma RiverRock.

Kopper wird nach Angaben der Bank spätestens zum 28. Februar ausscheiden. Den Entschluss habe Kopper dem Vorstandsvorsitzenden der Bank, Constantin von Oesterreich, bereits Mitte Dezember 2012 mitgeteilt und gleichzeitig die Anteilseigner über die Amtsniederlegung informiert.

Als Nachfolger im Gespräch: Thomas Mirow.
Als Nachfolger im Gespräch: Thomas Mirow.(Foto: picture alliance / dpa)

HSH-Chef Oesterreich wies daraufhin, dass Kopper bereits bei seinem Amtsantritt Mitte 2009 erklärt hatte, das Mandat lediglich für die Dauer von maximal drei Jahren übernehmen zu wollen. Ein Nachfolger soll im Lauf des Tages vorgestellt werden, hieß es aus dem Umfeld der krisengeschüttelten Bank.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Freitagausgabe berichtet, hätte Kopper das Kontrollgremium laut Vertrag bis Mai 2014 leiten sollen. Doch zuletzt habe der Druck auf den Ex-Vorstandssprecher der Deutschen Bank stetig zugenommen. Die Eigner der HSH Nordbank, Hamburg und Schleswig-Holstein, hätten auf Anfrage signalisiert, dass sie den Abtritt nicht forciert hätten.

Staaatshilfe zwingt zur Schrumpfkur

"Es ist nicht richtig, dass sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein um einen vorzeitigen Rücktritt von Herrn Kopper als Aufsichtsratsvorsitzenden bemüht haben", teilten die Sprecher von Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher und Kiels Finanzministerin Monika Heinold mit. Kopper selbst hat sich bislang noch nicht offiziell dazu geäußert.

Die HSH Nordbank hatte sich in der Finanzkrise mit Kredit- und Wertpapiergeschäften verspekuliert und musste vom Staat mit Milliardenhilfen vor dem Absturz gerettet werden. Im Zusammenhang mit der Staatshilfe ordnete die EU an, die HSH wieder zu einer Regionalbank zurückzuschrumpfen.

Im Zuge des aufgezwungenen Verkleinerungsprozesses musste das Geldhaus wichtige Sparten wie etwa die Flugzeugfinanzierung und das globale Immobiliengeschäft aufgeben und die Schiffsfinanzierung zurückfahren.

Angesichts der anhaltenden Krise in der Schifffahrt wird inzwischen darüber diskutiert, den staatlichen Garantierahmen wieder auf 10 Mrd. Euro aufzuspannen. Er war nach ersten Erfolgen bei der Sanierung der Bank unlängst auf 7 Mrd. verringert worden.

Quelle: n-tv.de