Wirtschaft

Bahnstrecke Nairobi-Mombasa China angelt sich Milliardendeal in Afrika

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Kinder winken den Fahrgästen des Zuges Nairobi-Mombasa während der Fahrt zu. Für eine Milliardensumme soll eine neue Bahnstrecke die beiden kenianischen Städte verbinden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Bahnverbindung zwischen Mombasa und Nairobi ist mehr als 600 Kilometer lang. Sie stammt noch aus der Kolonialzeit. Eine neue Bahnstrecke soll nun gebaut werden. Der milliardenschwere Auftrag geht nach China - und ist erst der Anfang.

Unternehmen aus China haben im ostafrikanischen Kenia einen Großauftrag für den Bau einer Bahnstrecke an Land gezogen. Den Vertrag für das Projekt mit einem Volumen von 3,8 Milliarden Dollar (knapp 2,8 Milliarden Euro) wurde unterzeichnet. In einem ersten Schritt soll binnen dreieinhalb Jahren die noch aus der britischen Kolonialzeit stammende mehr als 600 Kilometer lange Verbindung zwischen der Hafenstadt Mombasa und der Hauptstadt Nairobi erneuert werden. Auch Streckenabschnitte nach Uganda, Ruanda, Burundi und in den Südsudan sind geplant.

Dem Vertrag zufolge trägt die chinesische Exim-Bank 90 Prozent der Kosten, die restlichen 10 Prozent sollen aus Kenia kommen. Mit den Bauarbeiten soll im Oktober begonnen werden. Zentraler Vertragspartner ist das Unternehmen China Communications Construction.

Der Vertragsunterzeichnung in Nairobi wohnten die Staatschefs Kenias, Ugandas, Ruandas und des Südsudans, Uhuru Kenyatta, Yoweri Museveni, Paul Kagame und Salva Kiir bei. Chinas Regierungschef Li Keqiang sprach von einer "ebenbürtigen Zusammenarbeit" und einem "Gewinn für beide Seiten". Er hatte die afrikanischen Bahnpläne seines Landes bereits Anfang Mai vor der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) angekündigt.

China baut auf Afrika

China investiert seit Jahren Milliardensummen in Bahnprojekte in der Heimat. Zudem versucht die größte Volkswirtschaft Asiens seit Jahren, sich auf dem afrikanischen Kontinent in eine wirtschaftliche Vormachtstellung gegenüber westlichen Staaten zu bringen. Kritiker werfen der führenden asiatischen Wirtschaftsmacht vor, weniger an Entwicklungshilfe und stärker am Rohstoffreichtum des Kontinents interessiert zu sein.

Aus Regierungskreisen in Peking war zuvor verlautet worden, die Reise Lis und die Rede vor dem OAU diene auch dazu, den Lebensstandard der Menschen auf dem Kontinent zu erhöhen. Zudem will China 100 Millionen Dollar für den Artenschutz in den Ländern zwischen Marokko und Madagaskar ausgeben.

Der vom Westen wegen Korruptionsvorwürfen und Homosexuellenfeindlichkeit kritisierte Museveni sagte, China konzentriere sich "auf die wichtigen Entwicklungsfragen" und erteile keine politischen "Belehrungen".

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/rts

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