Wirtschaft

Kampf gegen Kapitalflucht China knöpft sich Bitcoin-Börsen vor

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China versucht, seine Finanzmärkte durch strengere Regulierung zu stabilisieren. Nun ist auch das bisherige Schlupfloch Bitcoin an der Reihe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Digitalwährung Bitcoin boomt in China. Sie bietet Anlegern ein Schlupfloch, um trotz strikter Kapitalkontrollen ihr Geld aus dem schwächelnden Yuan abzuziehen. Aus einem Nischenprodukt ist ein Milliardenmarkt geworden. Doch nun schreitet die Zentralbank ein.

China hat mehreren Handelsplattformen der anonymen Digitalwährung Bitcoin mit Schließung gedroht. In einer auf der Internetseite der Zentralbank veröffentlichten Mitteilung heißt es, den Betreibern von neun Bitcoin-Börsen sei mitgeteilt worden, sie dürften unter anderem keine Kreditgeschäfte mehr abwickeln und müssten strenger gegen Geldwäsche vorgehen.

Die Verwarnung ist ein weiteres Zeichen, dass Chinas Notenbank die rasante Ausbreitung von Bitcoin im Land mit Sorge sieht. Bereits in den vergangenen Monaten hatten die Behörden Untersuchungen gegen die beiden größten Bitcoin-Plattformen des Landes eingeleitet. Auch damals lautete der Hauptvorwurf Verstoß gegen die Finanzmarktregeln etwa durch unerlaubte Kreditgeschäfte und Geldwäsche.

Die Digitalwährung erlebt in China seit vergangenem Jahr einen Boom. Dass sich der Kurs 2016 mehr als verdoppelte und der Gesamtwert der weltweit im Umlauf befindlichen Bitcoin auf einen zweistelligen Milliardenbetrag angewachsen ist, führen Beobachter hauptsächlich auf die zunehmende Beliebtheit in China zurück. In dem Land werden derzeit bis zu 98 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen abgewickelt.

Warnung schickt Kurs in den Keller

Lange waren die Kontrollen chinesischer Handelsplattformen lax. Anleger nutzten das zunehmend, um chinesische Yuan unter Umgehung der immer strengeren Kapitalkontrollen in Bitcoin zu tauschen. China kämpft derzeit mit zahlreichen Maßnahmen gegen die Abwertung seiner Währung und den Abfluss von Kapital aus dem Land. Vor wenigen Tagen meldete die Zentralbank, dass ihre Währungsreserven erstmals seit sechs Jahren unter den Wert von 3000 Milliarden Dollar gefallen seien.

Nachdem die Behörden bereits die Regeln unter anderem für Auslandsüberweisungen und für Investitionen chinesischer Unternehmen und Privatpersonen im Ausland verschärft haben, wollen sie nun offenbar auch das Schlupfloch Bitcoin schließen. Aufgrund der großen Bedeutung Chinas im Bitcoin-Handel werden die Maßnahmen der Zentralbank in Peking von Anlegern in der ganzen Welt aufmerksam verfolgt. Allein am Donnerstag, als die Notenbank die Warnung an die Handelsplattformen auf ihrer Website veröffentlichte, gab der Kurs der Digitalwährung um rund sechs Prozent nach.

Quelle: n-tv.de, mbo