Wirtschaft

Yuan nicht umsonst niedrig China warnt vor Pleitewelle

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Bitte wieder den Yuan-Ball flach halten: Wen Jiabao im Waldorf Astoria, New York.

(Foto: REUTERS)

In der anhaltenden Debatte um die chinesische Währung stellt nun Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao einige Dinge klar: Eine Aufwertung des Yuan, wie sie die USA forderten, könnte soziale Instabilitäten in China zur Folge haben. Gleichzeitig würde sie den USA keine Arbeitsplätze zurückbringen.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat sich Druck aus den USA widersetzt, die Landeswährung Yuan aufzuwerten. Der Kurs des Yuan habe nichts mit dem US-Handelsdefizit zu tun und dürfe nicht politisiert werden, sagte Wen in einer Rede vor Unternehmern in New York.

Eine Aufwertung des Yuan um rund 20 Prozent würde Wen zufolge in der Exportwirtschaft Chinas zu einer Pleitewelle führen. Die Bedingungen für eine große Aufwertung existierten nicht. "Sollte der Yuan um 20 bis 40 Prozent  aufwerten, wie von der US-Regierung gefordert, dann wissen wir nicht, wie viele chinesische Unternehmen bankrottgehen, wie viele chinesische Arbeitnehmer entlassen werden und wie viele Arbeiter in ihre Dörfer zurückgehen müssen", sagte Wen. "Es würde große Turbulenzen in der chinesischen Gesellschaft geben."

USA haben nichts zu gewinnen

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Das ein teurer Yuan den USA Jobs zurückbringt, hält der Premier für einen Denkfehler.

(Foto: REUTERS)

Eine Aufwertung, wie sie von US-Politikern gefordert wird, würde den USA auch keine Arbeitsplätze zurückbringen. US-Unternehmen stellten überhaupt keine arbeitsintensiven Produkte mehr her, sagte Wen.

Kritiker in den USA werfen China vor, durch einen künstlich niedrig gehaltenen Yuan-Kurs US-Exportunternehmen zu benachteiligen und chinesischen Firmen einen unfairen Handelsvorteil zu verschaffen. Kongressabgeordnete haben damit gedroht, deswegen Strafen gegen China zu verhängen. US-Finanzminister Timothy Geithner hatte bei einer Anhörung vor dem Kongress offen Kritik an der chinesischen Wechselkurspolitik geübt. Allerdings hatte er auch durchblicken lassen, dass die US-Regierung zögere, China offiziell als "Wechselkursmanipulator" zu brandmarken.

Wen soll am Donnerstag US-Präsident Barack Obama am Rande der UN-Vollversammlung treffen. Dieser hatte China am Montag vorgehalten, noch nicht genug unternommen zu haben, um den Yuan aufzuwerten.

Quelle: n-tv.de, sla/rts/DJ

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