Wirtschaft

Reaktion auf Antidumping-Maßnahmen China will Solarbranche fördern

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China protestiert gegen Zölle auf einheimische Solarmodule.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Streit um billige Solartechnologie aus China geht in die nächste Runde: Kurz nachdem die USA chinesische Solarmodule mit hohen Importzöllen belegt haben, erwägt die Regierung in Peking schwächelnde einheimische Solarfirmen finanziell zu unterstützen. Die EU-Kommission prüft derzeit Dumping-Vorwürfe gegen China.

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Die EU und die USA werfen China Wettbewerbsverzerrung vor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die chinesische Regierung will strauchelnden Solarunternehmen des Landes finanziell unter die Arme greifen. Geplant seien Maßnahmen zur Erleichterung der Geschäfte der Firmen auf dem heimischen Markt, zitierte die Zeitung "China Daily" Industrievertreter und Regierungskreise. So werde erwogen, den Firmen die Gebühren für die Anbindung an das Stromnetz zu erlassen. Zudem sei im Gespräch, für jedes Kilowatt ins Netz eingespeisten Solarstrom eine bestimmte Vergütung zu zahlen.

Die chinesischen Solarfirmen kämpfen - wie deutsche und andere international agierende Unternehmen der Branche auch - mit Überkapazitäten auf dem Weltmarkt und dadurch bedingten Preiseinbrüchen. Zudem schwächt der Abbau staatlicher Stützungsmaßnahmen für Solarstrom in zahlreichen Ländern die Nachfrage. Die chinesischen Firmen, die eine äußerst starke Stellung auf dem Weltmarkt haben, haben daher inzwischen auch ihren Heimatmarkt im Fokus.

Europäische Solarfirmen, darunter die deutsche Solarworld, haben bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen Solarfirmen aus China eingereicht. Dabei geht es um staatliche Beihilfen. Die europäischen Firmen werfen ihren chinesischen Rivalen vor, Produkte zu Schleuderpreisen auf den Markt zu werfen. 

USA strafen China ab

Die USA hatten im Streit um billige Solartechnologie aus China vor einer Woche angekündigt, die Produkte aus der Volksrepublik mit hohen Strafzöllen zu belegen. Die Zwangsabgaben wegen Preisdumpings sollen für Solarzellen und Solarmodule aus chinesischer Herstellung zwischen 18 und 250 Prozent betragen, wie das Handelsministerium mitteilte. Dazu kommen Anti-Subventions-Zölle von 15 bis 16 Prozent, um Exporthilfen der chinesischen Regierung zu kontern.

Die Strafzölle, die deutlich über dem im Frühjahr festgelegten Niveau liegen, richten sich den Angaben zufolge vor allem gegen die Firmen Suntech Power und Trina Solar. Insgesamt seien mindestens 60 chinesische Solarhersteller betroffen, erklärte das Handelsministerium. Die Zölle müssen noch von der Internationalen Handelskommission der USA bestätigt werden, die im November eine Entscheidung treffen soll.

Die chinesische Regierung kritisierte die Strafzölle scharf. Das Handelsministerium in Peking verlangte, dass Washington von seinem "verfehlten Weg" abkehre und die Entscheidung "so schnell wie möglich" revidiere. China hatte im Juli eine eigene Untersuchung angeblicher US-Subventionen für Solarfirmen eingeleitet. Die chinesische Konkurrenz macht den Solarherstellern in den USA und auch in Europa schwer zu schaffen. Die Branche wirft chinesischen Unternehmen vor, durch unbegrenzten Zugang zu billigen Krediten vom Staat subventioniert zu werden und so zu Schleuderpreisen anbieten zu können.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts/AFP

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