Wirtschaft

Auto-Dichtungen aus Europa Chinesen schlucken Saargummi

Die Zukunft des insolventen Dichtungsspezialisten Saargummi ist gesichert: Der chinesische Staatskonzern CQLT übernimmt den Autozulieferer komplett. Eine spezielle Vereinbarung soll einen Teil der Arbeitsplätze in Deutschland sichern.

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Gummidichtungen für Pkw, hier beim Saargummi-Wettbewerber Eldisy aus Gardelegen in Sachsen-Anhalt.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die wochenlang umstrittene Übernahme des Autozulieferers Saargummi durch den chinesischen Mischkonzern CQLT ist perfekt. Der Deal sei abgeschlossen, teilte die Chongqing Light Industry & Textile Holding (CQLT) mit. Ein Sprecher bezeichnete die Übernahme als eine der ersten und bislang größten Zukäufe eines chinesischen Staatskonzerns in Europa. Erst kürzlich hatte der chinesische Computerkonzern Lenovo eine rund 600 Mrd. Euro schwere Offerte für den Elektronik-Großhändler Lenovo greift nach Medion abgegeben.

Der Verkauf der Saargummi Deutschland GmbH umfasst die gesamte Saargummi-Gruppe. Die Verhandlungen des Investors mit Gewerkschaften und Betriebsrat am deutschen Standort des insolventen Autozulieferers hatten sich über Wochen hingezogen. Bis zuletzt drohte ein Scheitern. CQLT war der einzige Bieter für Saargummi. Die Chinesen arbeiten seit 2006 mit dem Dichtungsspezialisten zusammen.

Für mindestens fünf Jahre

Erst nachdem Anfang Mai in letzter Minute ein verbindlicher Tarifvertrag zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung abgeschlossen worden war, hatten die Arbeitnehmer zugestimmt. Demnach sollen am Standort Wadern-Büschfeld im Saarland 737 der 783 unbefristeten Arbeitsplätze für mindestens fünf Jahre erhalten bleiben.

Saargummi hat weltweit mehr als 3000 Beschäftigte. Das Unternehmen produziert aus Kautschuk vor allem Dichtungen für die Autoindustrie in Europa, Amerika und Asien. Zu den wichtigsten Kunden zählen Volkswagen, Daimler, BMW, General Motors und Ford. Saargummi hatte 2010 einen Insolvenzantrag gestellt. Sitz der Saargummi-Gruppe ist Luxemburg.

Quelle: n-tv.de, dpa

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