Wirtschaft

Die Einkaufstour geht weiter Chinesen wollen Aixtron schlucken

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Der Aixtron Firmensitz solle in Herzogenrath bleiben, versichert der Kaufinteressent.

Deutsche Hightech ist für Chinesen ein immer beliebteres Investitionsziel. Nach dem Roboterhersteller Kuka ist nun der Spezialmaschinenbauer Aixtron an der Reihe.

Chinesische Investoren greifen nach dem nächsten deutschen Maschinenbauer: Der chinesische Fonds Fujian Grand Chip Investment (FGC) will den kriselnden Halbleiter-Ausrüster Aixtron kaufen und bietet Aktionären sechs Euro je Aktie. Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von gut 670 Millionen Euro, den die Chinesen ansetzen. Der Aufschlag auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate liege bei über 50 Prozent, hieß es in einer Mitteilung. Nach der Offerte des chinesischen Hausgeräte-Herstellers Midea für den Augsburger Roboterbauer Kuka ist dies bereits das zweite Kaufangebot aus China für einen deutschen Maschinenbauer innerhalb einer Woche.

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Die Aixtron-Anleger reagierten positiv: Die im TecDax notierten Aktien stiegen um bis zu 17,2 Prozent auf 5,61 Euro - der höchste Stand seit Mitte Dezember. Mindestens 60 Prozent der Anleger müssen das Angebot annehmen, damit die Übernahme zustande kommt. Auch die Aufsichtsbehörden müssen das Geschäft noch abnicken. Laut Aixtron-Website befinden sich rund 93 Prozent der Anteile im Streubesitz.

Hinter Fujian stehe der mit rund 20 Milliarden US-Dollar ausgestattete Halbleiter-Staatsfonds Sino IC, hieß es aus Industriekreisen. Die Chinesen beabsichtigten, Aixtrons bisherige Strategie weiter zu unterstützen, hieß es in der Mitteilung. Der Deal ziele nicht auf Kostensenkungen oder Stellenabbau ab. Der Firmensitz solle im nordrhein-westfälischen Herzogenrath bleiben. Auch der Vorstand, der das Geschäft unterstützt, bleibe im Falle einer Übernahme im Amt.

Aixtron fertigt Spezialmaschinen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED). Diese werden immer mehr in der Unterhaltungselektronik, der Automobilindustrie oder in der industriellen Beleuchtung eingesetzt. Die Branche hängt stark vom chinesischen Markt ab. Doch die einstige Lokomotive China entwickelte sich zuletzt für Aixtron zum Bremsklotz. Die chinesische Sanan Optoelectronics hatte einen Großauftrag im Dezember eingedampft. Auch für das laufende Jahr rechnet Aixtron mit einem Verlust.

Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank meinte, eine Übernahme durch FGC sei eine große Entlastung für Aixtron, da das Unternehmen seit geraumer Zeit Verluste schreibe und hohe Kosten für Forschung und Entwicklung schultern müsse. Allerdings sei unsicher, ob die US-Behörden dem Deal zustimmen werden. Tammy Qiu von Berenberg rechnet dagegen mit keinen großen Hürden durch die Behörden. Die wichtigsten Regionen seien die Länder China, Taiwan, Südkorea und Deutschland, von denen eine Genehmigung sehr wahrscheinlich sei. Analyst Tim Wunderlich von Hauck & Aufhäuser betonte, das Angebot sei sehr attraktiv und Aktionäre von Aixtron sollten es annehmen. Ein Gegengebot eines Konkurrenten wie Veeco sei nicht zu erwarten.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/dpa

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