Wirtschaft

Die Zeit wird knapp Chinesen wollen WestLB

Wird die WestLB demnächst von China aus gesteuert? Bis zum 15. Februar 2011 muss der Restrukturierungsplan der angeschlagenen Landesbank stehen. So will es die EU. Interessenten gibt es - neuerdings auch aus China.

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Wird die WestLB demnächst von China aus gesteuert?

(Foto: picture alliance / dpa)

Es gibt offenbar doch Interessenten für die WestLB. "Zum Bieterkreis zählen neben den Finanzinvestoren auch einige wenige Kreditinstitute, darunter auch eine chinesische Bank", zitiert das "Handelsblatt" Branchenkreise. Die Asiaten seien zudem an der Gesamtbank interessiert und nicht nur an Konzernteilen.

Die strategische Stoßrichtung der Chinesen ziele auf die Handels-, Rohstoff- und Projektfinanzierung. Diese Segmente hätten "einen ganz hohen Stellenwert". Erst jüngst hatte die HSH Nordbank angekündigt, man lote eine strategische Partnerschaft mit der staatseigenen China Development Bank aus.

Die Zeit drängt

Trotz der Hoffnungen auf einen ausländischen Käufer gilt der Zeitung zufolge der Verkauf der WestLB als schwierig. Mit konkreteren Angeboten werde im Januar 2011 gerechnet. Als größtes Hindernis für einen Verkauf oder eine Fusion wird die Forderung der EU gesehen, wonach die WestLB bis zum 15. Februar einen neuen Restrukturierungsplan vorlegen muss.

Ein weiteres Handicap: Die WestLB wird bei der Suche nach neuen Eignern von einem Verlust im dritten Quartal belastet. Die Kernbank schrieb vor Steuern nach neun Monaten einen Gewinn von 255 Mio. Euro, wie die WestLB jüngst mitteilte. Im Halbjahr hatte noch ein Vorsteuergewinn von 304 Mio. Euro in den Büchern gestanden. Damit dürfte das Institut, das von milliardenschweren Risiko-Papieren befreit worden war, im dritten Quartal einen Verlust von rund 50 Mio. vor Steuern geschrieben haben.

Die WestLB war infolge von Fehlspekulationen und der Finanzkrise in schweres Fahrwasser geraten und musste von ihren Eigentümern sowie dem Bankenrettungsfond Soffin vor dem Kollaps bewahrt werden. Im Gegenzug verlangt die EU-Wettbewerbsbehörde einen radikalen Schrumpfkurs und einen Verkauf oder eine Fusion mit einer anderen Landesbank bis Ende 2011.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts/DJ

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