Wirtschaft

Wieder ruft der Dax Conti und Lanxess vor Aufstieg

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Veränderungen im Dax erwartet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Was die Bundesliga im Fußball ist, ist der Leitindex Dax für deutsche Aktiengesellschaften. Am Mittwoch entscheidet die Deutsche Börse über mögliche Veränderungen. Analysten erwarten je zwei Auf- und Absteiger. Umgesetzt werden die Beschlüsse dann zum 24. September.

Continental
Continental 100,28

In die erste deutsche Börsenliga Dax drängen neue Mitspieler. Continental und Lanxess rein, MAN und Metro dafür raus - auf diesen Nenner lassen sich die Prognosen von Analysten für die Entscheidung über Auf- und Absteiger am Mittwoch bringen. Der Aktien-Leitindex umfasst die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse, die ihren Sitz in Deutschland haben. Unternehmen, die dem Dax angehören, stehen im Blickpunkt internationaler Investoren. Auf den Dax spezialisierte Fonds kaufen und halten gezielt Aktien dieser 30 Unternehmen.

Bei der regulären Überprüfung des deutschen Leitindexes einmal im Jahr im September ist es für einen Nebenwert leichter aufzusteigen als bei der quartalsweisen Überprüfung. Bei diesem Termin gelten im Regelwerk niedrigere Hürden. Kriterien sind die Marktkapitalisierung (Kurs mal Aktienzahl im Streubesitz) und der Börsenumsatz der letzten zwölf Monate. Der Arbeitskreis Aktienindizes bei der Deutschen Börse wird seine Entscheidung auf Basis der August-Rangliste treffen. Die Ergebnisse werden noch am selben Tag am späten Abend veröffentlicht. Umgesetzt werden die Beschlüsse dann zum 24. September.

Lanxess
Lanxess 57,96

Continental steht nach knapp vier Jahren Abstinenz vor der Rückkehr in den Leitindex Dax. "Conti kommt sicher wieder in den Dax", sind die Index-Experten Uwe Streich von der LBBW und Silke Schlünsen von Close Brothers Seydler Bank überzeugt. Wegen des überraschenden Übernahmevorstoßes durch den damaligen Konkurrenten Schaeffler waren die Titel des Autozulieferers im Dezember 2008 zusammen mit der Hypo Real Estate aus dem Dax ausgeschieden und im MDax gelandet. Die folgende Erholung verlief fast so rasant wie der Kurssturz zuvor: Seit dem Tief bei knapp über 10 Euro Anfang 2009, erholten sie sich bis heute wieder um sagenhafte 700 Prozent.

Auch Lanxess dürfte sich laut den Prognosen einen Platz in der ersten Börsenliga gesichert haben. Das Spezialchemieunternehmen ist keine zehn Jahre alt. Abgespalten vom Bayer-Konzern 2004 durchlief Lanxess in den vergangenen Jahren ein hartes Sanierungsprogramm. Unternehmensteile wurden abgestoßen, Arbeitsplätze gestrichen und die ertragsschwachen Segmente auf Rendite getrimmt. 2006 erzielte Lanxess erstmals einen Gewinn. Aktuell notiert das Papier bei Kursen über 60 Euro und liegt damit gegenwärtig um etwa ein Vierfaches über seinem Ausgabekurs. Die Lanxess-Erstnotiz lag bei 15,75 Euro je Aktie.

Der Handelsriese Metro gehört dem Dax schon seit 16 Jahren an. Die Metro AG dürfte vor allem wegen der stark unterdurchschnittlichen Aktienkursentwicklung in diesem Jahr demnächst nicht mehr zu den 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen zählen. Eine Überraschung könnte es allenfalls geben, falls sich in letzter Zeit, quasi unbemerkt, der Streubesitz der Metro-Stammaktie erhöht hat. "Sollte er von zuletzt 40 Prozent auf rund 43 Prozent gestiegen sein, dann würde Metro im Dax bleiben und Lanxess müsste weiter warten", sagte Streich.

Bei MAN sank vor allem der Streubesitz nach den Zukäufen durch den VW-Konzern stark, so dass es für einen Verbleib im Leitindex Dax nicht mehr reichen dürfte. Die Wolfsburger besitzen inzwischen mehr als 75 Prozent des Traditionskonzerns - andere Anteilseigner halten nur noch Aktien für 2,6 Milliarden Euro. Und auch der Börsenumsatz sank, weil die Minderheitsaktionäre bei MAN nicht mehr viel zu melden haben - VW kann jederzeit einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag machen, der der Muttergesellschaft den direkten Zugriff auf die Gewinne und die Unternehmensführung sichert.

Quelle: ntv.de, dpa

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