Wirtschaft

Adressen fast aller 120.000 Mitarbeiter einsehbar Datenpanne legt Telekom-Gehälter offen

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Bereits im Jahr 2010 musste das Unternehmen wegen Datenmissbrauchs hohe Entschädigungen zahlen.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich hat der Datenschutz bei der Deutschen Telekom seit der Spitzelaffäre von 2008 höchste Priorität. Eine gigantische Panne verhindert das nicht: Gehälter, Namen und Adressen fast aller Mitarbeiter waren über ein Jahrzehnt lang intern für einige Angestellte zugänglich. Missbrauch soll es nicht gegeben haben.

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Bei der Deutschen Telekom hat es trotz der in den letzten Jahren deutlich ausgeweiteten Vorgaben beim Datenschutz eine Panne mit Personaldaten in einem internen EDV-System gegeben. So habe ein begrenzter Kreis von etwa zwei Dutzend Personen Zugriff auf Daten von nahezu allen der 120.000 Mitarbeiter gehabt. Seit 2002 soll diesem kleinen Personenkreis so der Zugriff auf Namen, Adressen und Gehälter möglich gewesen sein.

Diese hätten eigentlich im System anonymisiert werden müssen, sagte ein Sprecher des Konzerns und bestätigte damit einen Bericht des "Manager Magazins". Allerdings habe es nach bisherigem  Kenntnisstand des Unternehmens keine missbräuchliche Nutzung der Personaldaten gegeben, wie es in einem Brief an die Mitarbeiter hieß.

Das Unternehmen erklärte, es bedaure sehr "dass wir unseren eigenen hohen Ansprüchen beim Schutz von Mitarbeiterdaten selbst nicht gerecht geworden sind." Der Vorstand stehe in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und habe sich bereits bei den Mitarbeitern entschuldigt. Marion Schick, Personalchefin der Telekom, ließ die Beschäftigten per Intranet wissen, dass der Schutz von Mitarbeiterdaten für die Telekom an oberster Stelle stehe. "Unsere Ansprüche an den Datenschutz sind besonders hoch, deshalb dulden wir keine Verstöße", erklärte auch Vorstandsmitglied Thomas Kremer, der im Unternehmen unter anderem für Datenschutz und Recht zuständig ist.

Das fehlerhafte System soll inzwischen abgestellt worden sein. Wie es jedoch überhaupt zu der Datenpanne kommen konnte und was mit den Daten in dem langen Zeitraum passiert ist, soll jetzt eine unabhängige externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft herausfinden. Der Betriebsrat will diese Arbeiten durch einen eigenen Anwalt begleiten lassen, hieß es in Bonn.

Datenschutz wurde nach Abhörskandal ausgeweitet

Für die Telekom ist der Vorfall mehr als peinlich: In den Jahren 2005 und 2006 hatte das Unternehmen Telefonverbindungsdaten ausspähen lassen, um herauszufinden, wie sensible interne Informationen in die Medien und damit in die Öffentlichkeit gelangten. Die Spitzelaffäre war im Frühsommer 2008 bekannt geworden, nachdem der Konzern Strafanzeige erstattet hatte.

Insgesamt wurden die Telefonverbindungsdaten von bis zu 60 Personen ausgewertet - darunter prominente Gewerkschaftsvertreter wie Verdi-Chef Frank Bsirske oder der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer. Ende 2010 entschuldigte sich die Deutsche Telekom mit einer Millionenspende und Entschädigungszahlungen.

In den vergangenen Jahren hatte der scheidende Konzernchef René Obermann daraufhin den Datenschutz im Unternehmen kräftig ausgeweitet und sogar eigens ein Vorstandsressort eingerichtet. Vor drei Jahren wurde zudem ein ehemaliger Sicherheitschef zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er maßgeblich an der illegalen Ausspionierung von Journalisten und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat beteiligt gewesen war.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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