Wirtschaft
"Einer der Besten seines Fachs": Oliver Behrens muss sich mit dem extra für ihn eingerichtete Stelle als Deka-Vize begnügen.
"Einer der Besten seines Fachs": Oliver Behrens muss sich mit dem extra für ihn eingerichtete Stelle als Deka-Vize begnügen.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 14. August 2012

Bank-Expertise aus der Schweiz: Dekabank ernennt neuen Chef

Hier kommt der Autor hin

Vier Monate nach dem Rauswurf von Dekabank-Chef Franz Waas kann der Fondsdienstleister der deutschen Sparkassen einen Nachfolger vorweisen: Michael Rüdiger von der Credit Suisse übernimmt das Ruder. Interims-Chef Oliver Behrens bekommt den Sessel des Stellvertreters.

"Das ist ein guter Mann": Michael Rüdiger wird neuer Deka-Vorstandschef.
"Das ist ein guter Mann": Michael Rüdiger wird neuer Deka-Vorstandschef.(Foto: DekaBank)

Große Überraschung bei der Deka: Der langgediente Credit-Suisse-Bankier Michael Rüdiger wird neuer Chef des Sparkassen-Fondsdienstleisters. Der 48-Jährige, der bei der Schweizer Großbank bislang das Zentraleuropa-Geschäft leitet, habe umfangreiche Erfahrungen im Bankgeschäft gesammelt und sei ein guter Kommunikator, betonte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon.

Für Fahrenschon ist es mehr als nur eine beiläufige Personalie: Beobachtern zufolge setzt er mit der Berufung von Rüdiger, den auch in Fachkreisen zuvor niemand als neuen Deka-Chef auf dem Zettel hatte, eine erste Duftmarke als Fahrenschon folgt Haasis . "Fahrenschon wollte einen Neuanfang und jemanden berufen, der unverbraucht ist", hieß es aus dem Umfeld des Verbands. Fahrenschon löste beim DSGV den langjährigen Präsidenten Haasis hofft auf Marokko ab.

Dass ein Top-Manager einer Schweizer Privatbank in den öffentlich-rechtlichen Sektor wechselt, werten Beobachter als einen höchst ungewöhnlichen Vorgang, der die schwierige Lage vieler Großbanken unterstreiche. "Mit Michael Rüdiger haben wir einen in allen Teilen des Bankgeschäfts, vor allem in der Steuerung und dem Asset-Management sehr erfahrenen Fachmann als Vorstandsvorsitzenden der DekaBank gewinnen können", frohlockte Fahrenschon, der auch den Verwaltungsrat der Deka leitet. Rüdiger soll den Posten beim Frankfurter Institut schnellstmöglich antreten - ein genauer Termin steht noch nicht fest.

In der Wolle gefärbt

Im Sparkassen-Lager wird darauf verwiesen, dass Rüdiger seine Berufsausbildung bei einer Raiffeisenbank absolviert hat und bisher nicht als passionierter Investmentbanker aufgefallen ist. Ex-Deka-Chef Franz Waas, der Anfang April nach einem Streit über Boni in Millionen-Höhe Dekabank wirft Chef raus vor die Tür gesetzt wurde, hatte nach dem Geschmack vieler Sparkassen-Funktionäre ein zu großes Faible fürs Investmentbanking. Die Sparkassen sind seit vergangenem Jahr alleiniger Eigentümer der Deka.

Rüdiger ist bei Credit Suisse setzt Speck an auch für das Investmentbanking zuständig, kommt jedoch aus der Vermögensverwaltung. In seiner derzeitigen Position hat er auch zahlreiche repräsentative Aufgaben. Im Umfeld von Credit Suisse wird Rüdigers Abgang bedauert. "Das ist ein guter Mann. Es ist aber verständlich, dass er sich weiterentwickeln will", sagte ein Insider.

Oliver Behrens, der die Deka seit dem Rauswurf von Waas Anfang April kommissarisch leitet, übernimmt die neu geschaffene Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Fahrenschon dankte Behrens im Namen des Verwaltungsrats. "Oliver Behrens hat diese Aufgabe sehr gut erfüllt. Er ist einer der Besten seines Fachs." Der neu geschaffene Posten des Stellvertreters an der Deka-Spitze sei ein Zeichen der Anerkennung.

Behrens hatte neben DZ-Bank-Vorstand Lars Hille und dem ehemalige BayernLB-Vorstand Stefan Ermisch als potenzieller Kandidat für den Deka-Chef-Posten gegolten.

Quelle: n-tv.de