Wirtschaft

Weniger Deutsche, weniger Kehlen Der Bier-Durst lässt nach

Selbst die große Sommerhitze bewahrt die Brauer im ersten Halbjahr nicht vor einem weiteren Rückgang bei den Absatzzahlen für Bier und Bier-Mischgetränk. Es lässt sich nicht länger leugnen: Es wird weniger getrunken. Für den Brauerbund liegt der Grund auf der Hand: Die Zahl der Deutschen geht zurück.

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Am Rhein wird mehr Bier getrunken als südlich der Donau - doch Fachleute warnen: Niemand sollte auf eigene Faust udn alleine versuchen, den Rückgang im deutschen Bierabsatz aufzuhalten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In Deutschland lässt der Bier-Durst offenbar weiter nach. Die Brauereien und Bierlager hierzulande setzten im ersten Halbjahr 49,0 Mio. Hektoliter Bier ab, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 0,7 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2009. Auch Biermischungen - also Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen - wurden wieder weniger getrunken.

Nicht enthalten in den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier. In den ersten drei Monaten hatte der Bierabsatz in Deutschland noch über dem Vorjahresniveau gelegen. Im Frühjahr hatten die deutschen Gastwirte dann aber angesichts des kalten Wetters über leere Biergärten und Terrassen geklagt. Auch die Fußball-Weltmeisterschaft konnte den Bierkonsum dann nicht wieder ins Plus hieven - obwohl der Absatz im ersten WM-Monat Juni der Statistik zufolge um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat in die Höhe schnellte.

Der überwiegende Teil des Bieres (84,3 Prozent) wurde im Inland verkauft und versteuert. Auf Platz eins im Bundesländervergleich liegt dabei nicht etwa Bayern, sondern Nordrhein-Westfalen: Dort gingen binnen sechs Monaten gut 12 Mio. Hektoliter Bier über Ladentisch und Theke, in Bayern waren es gut 10,6 Mio. Hektoliter. Auf Platz drei folgt mit weitem Abstand Niedersachsen/Bremen mit rund 5,4 Mio. Hektolitern.

Große Mengen steuerfrei

Steuerfrei gaben Brauereien und Bierlagern insgesamt 7,7 Mio. Hektoliter ab - entweder in den Export oder als sogenannten Haustrunk an ihre Mitarbeiter. Größte Abnehmer im Ausland waren die EU-Staaten, die 5,7 Mio. Hektoliter Bier nach deutschem Reinheitsgebot bezogen.

Biermischungen mit Limonade, Cola und Fruchtsäften waren im ersten Halbjahr weniger gefragt als noch vor einem Jahr: 2,0 Mio. Hektoliter bedeuteten einen Anteil von 4,1 Prozent am gesamten Bierabsatz. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 verringerte sich der Absatz dieser Mischgetränke um 4,3 Prozent.

Der Bierkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren. Kleinere Ausschläge nach oben gab es aber auch schon 2006, als ein warmer Sommer und die Fußball-WM in Deutschland zusammentrafen. 2000 hatte der Bierabsatz im Gesamtjahr laut Statistischem Bundesamt noch bei fast 110 Mio. Hektolitern gelegen. Der Brauerbund nennt als Hauptursache für den zurückgehenden Bierkonsum die demografische Entwicklung: Weniger Menschen trinken weniger Bier.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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