Wirtschaft

Neuer Passagierrekord Deutsche Bahn verdient prächtig

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Bahn-Chef Grube kann sich über höhere Gewinne und einen neuen Passagierrekord freuen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bahn-Chef Rüdiger Grube kann sich freuen: Dank kräftig gestiegener Passagierzahlen klettern beim Staatskonzern Umsatz und Gewinn. Doch die Konjunkturkrise in Europa macht auch der Deutschen Bahn zu schaffen: Für den Rest des Jahres kürzt die Bahn ihre Prognose – ein Börsengang ist für Grube weiter völlig ausgeschlossen.

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2012 soviele Fahrgäste transportiert wie nie zuvor und damit Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente die Bahn von Januar bis Juni 794 Mio. Euro, ein Plus von 22,5 Prozent. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent auf 19,220 Mrd. Euro. Die Zahl der Reisenden in den Zügen der Deutschen Bahn nahm um knapp 40 Mio. oder vier Prozent auf über eine Milliarde zu. Das Betriebsergebnis stieg um 17 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro, vor allem dank des Wachstums im Personenverkehr.

Der Güterverkehr habe dagegen deutlich an Dynamik verloren, teilte der Staatskonzern in seinem Zwischenbericht mit, hier spürt die Bahn die schwächelnde Konjunktur. Für das Gesamtjahr kürzte der Konzern daher seine Prognose und peilt nun einen Umsatz von 39 statt bisher 40 Mrd. Euro an. Beim Gewinn zeigt sich das Management aber weiterhin zuversichtlich. Das bereinigte Betriebsergebnis soll auf mehr als 2,6 Mrd. Euro steigen. Die geringeren Gewinne in den Gütersparten sollen durch sehr gute Ergebnisse im Personenverkehr und in der Infrastruktur ausgeglichen werden.

Für Bahn-Chef Rüdiger Grube sind wegen der Konjunktursorgen derzeit Gedanken an einen Börsengang des Staatsunternehmens völlig abwegig. "Ich persönlich halte von einem Börsengang zurzeit überhaupt nichts", sagte Grube. "Wir haben noch viele Hausaufgaben vor uns. Die werden erst gemacht, und dann sehen wir weiter", ergänzte er. Die jüngste Zurückstufung des Bonitätsausblicks der Bahn durch die Ratingagentur Moody's habe nichts mit dem Unternehmen an sich zu tun, sagte der Konzernchef. Sie sei allein die Folge dessen, dass die Aussichten für die Bundesrepublik Deutschland, die Eigentümer der Deutschen Bahn ist, zurückgestuft wurden.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/DJ/AFP