Wirtschaft

Betrug bei Handel mit CO2-Zertifikaten Deutsche Bank sieht Fehler

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Laut einer internen Untersuchung hat die Deutsche Bank eigene Versäumnisse in der Affäre um Betrug beim Emissionshandel erkannt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Laut einem internen Bericht gesteht die Deutsche Bank erstmals eigene Versäumnisse in der Affäre um Steuerbetrug beim CO2-Handel ein. Die Staatsanwaltschaft wirft der Bank vor, Beweise zurückgehalten und vorsätzlich vernichtet zu haben. Die Bank sieht dagegen lediglich Fehler in der Rechtsabteilung, die man mit besseren Abläufen beheben kann – ohne personelle Konsequenzen.

Die Deutsche Bank hat dem "Spiegel" zufolge in der Affäre um den Handel mit CO2-Zertifikaten eigene Fehler festgestellt. Eine interne Untersuchung habe Versäumnisse der Rechtsabteilung ergeben, berichtet das Magazin. Daten seien teils automatisch gelöscht worden. Die Bank wolle nun ihre Abläufe überarbeiten. Personelle Konsequenzen auf der Führungsebene seien nicht geplant. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

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Zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre um Steuerbetrug im Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten ermittelt wird, gehören auch Co-Chef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause. Fitschen hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

500 Polizisten und Steuerfahnder hatten im Dezember die Zwillingstürme der Bank in Frankfurt durchsucht. Die Polizei hatte damals vier Angestellte wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Vertuschung vorübergehend in Untersuchungshaft genommen. Dabei handelt es sich Finanzkreisen zufolge um Mitarbeiter der Rechts- und der IT-Abteilung, darunter ein Jurist, der die Bank bei Rechtsstreitigkeiten vertritt. Einigen von ihnen wird vorgeworfen, E-Mails zu den fraglichen Geschäften gelöscht zu haben, um sie den Ermittlern vorzuenthalten.

Fitschen und Krause sind nach Angaben der Bank ins Visier der Ermittler geraten, weil sie die Umsatzsteuererklärung für 2009 unterschrieben hatten. Die Bank hatte die Erklärung später zwar korrigiert und auf Steuererstattungen "vorläufig verzichtet" - nach Ansicht der Ermittler kam dieser Schritt aber zu spät.

Quelle: ntv.de, rts