Wirtschaft

11.500 Punkte Ende 2015 Deutsche Bank wirbt für den Dax

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Die Deutsche Bank hätte da ein Pralinchen für Anleger: Wie wäre es 2015 mit dem Dax?

(Foto: picture alliance / dpa)

Niedrige Zinsen und geringes Wachstum im Euroraum - was also sollen Anleger machen? Deutschlands größtes Bankhaus hält den deutschen Leitindex für eine Alternative. Dessen Entwicklung werde im kommenden Jahr etliche andere Anlagealternativen schlagen.

Der Leitindex Dax ist für die Deutsche Bank einer der großen Anlagefavoriten für das kommende Jahr. "Ziel ist die Marke von 11.500 Punkten zum Jahresende", sagte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden. Damit dürfte das Börsenbarometer viele andere Anlagealternativen schlagen. Und zwar nicht nur die auch im kommenden Jahr wenig interessanten Staatsanleihenmärkte in Europa und den USA, sondern auch andere Aktienmärkte.

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In diesem Jahr hat sich der Dax mit einem Plus von lediglich vier Prozent bisher vergleichsweise schwach präsentiert. In den USA fielen inklusive Dividenden zweistellige Gewinne an, auch in einigen europäischen Märkten konnten ähnlich hohe Gewinne erzielt werden. Grund für die, wie es am Markt heißt, Underperformance des Dax war nach Ansicht der Bank unter anderem die Unsicherheit um die Ukraine-Krise: "Je näher an der Ukraine, desto schlechter die Performance der Länderbörsen", sagte Stephan.

Dax ist günstig bewertet

"Doch das wird sich nun ändern", erwartet er. Zwar werde das Wachstum in Deutschland im kommenden Jahr auf 0,8 Prozent zurückgehen, vor allem wegen eines schwachen ersten Quartals. Der Dax sei aber günstig bewertet. Die Gewinne der Unternehmen in der Eurozone lägen insgesamt immer noch 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2007. Dagegen hätten die Gewinne der Dax-Unternehmen dieses Plateau um 20 Prozent übertroffen und dürften im kommenden Jahr um weitere 9 bis 10 Prozent steigen.

"Gemessen an den US-Börsen hat der Dax nun kräftiges Nachholpotenzial", sagte Stephan weiter. "Er wird dieses entfalten, wenn sich die Ukraine-Krise nicht deutlich verschärft." Gestützt werde der Leitindex mit seinen vielen exportabhängigen Unternehmen auch vom schwachen Euro. Dieser werde bis zum Jahresende 2015 auf 1,15 Dollar fallen und im Laufe der kommenden Jahre auf Parität sinken.

Denn die Europäische Zentralbank werde voraussichtlich im Frühjahr mit dem Kauf von Staatsanleihen beginnen und so den Euro weiter drücken. Zudem werde die US-Wirtschaft im kommenden Jahr kräftig um 3,5 Prozent wachsen - auch das spreche für den Dollar.

US-Aktien kommen meist gut durch Krisen

Wegen des kräftigen Wachstums und der Währungsperspektiven hält die Deutsche Bank auch den Kauf von US-Aktien für interessant. Zwar seien nur vergleichsweise geringe Kursgewinne zu erwarten - den S&P-500 sieht das Haus Ende des kommenden Jahres bei 2150 Punkten, also nur knapp vier Prozent über dem derzeitigen Stand. Verbunden mit kräftigen Währungsgewinnen seien US-Aktien aber lukrativ, auch weil sie im Fall weltweiter Börsen-Rückschläge erfahrungsgemäß stabiler im Markt lägen als andere Aktienmärkte.

Kaum Anlass für einen Rückschlag bietet nach Ansicht des Hauses allerdings die vielfach gefürchtete Zinswende mit einer ersten Zinserhöhung der US-Notenbank vermutlich im Sommer: "Die ist verbal extrem gut vorbereitet", sagt Stephan. Stärker fallen könnten die Märkte wegen der geopolitischen Krisen, eines unerwartet scharfen Konjunktureinbruchs in China oder wegen der Cyber-Kriminalität. Auch der Übergang der Dollar-Stärke in einen regelrechten Währungskrieg sei ein Risikofaktor.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ