Wirtschaft

Konjunktur treibt Geldvermögen an Deutsche werden immer reicher

Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich auf der hohen Kante der Deutschen bemerkbar. Das Geldvermögen der Bundesbürger steigt im ersten Vierteljahr des Jahres um rund 50 Mrd. Euro auf einen neuen Rekordstand. Wegen steigender Zinsen legen die Deutschen ihr Geld statt aufs Tagesgeldkonto auch wieder öfter fest.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Menschen in Deutschland werden zusammengenommen immer reicher: Ihr Geldvermögen ist im ersten Quartal 2011 auf einen neuen Höchstwert geklettert. Wegen kräftiger Zuwächse bei Bankeinlagen, Wertpapieren und Ansprüchen gegenüber Versicherungen hatten die deutschen Privathaushalte ein Geldvermögen von 4,825 Billionen Euro. Das sind 40 Mrd. Euro (0,8 Prozent) mehr als Ende 2010 und 203 Mrd. Euro (4,4 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Sachwerte wie Immobilien sind in der Statistik nicht enthalten.

Von Januar bis März bildeten die Haushalte neues Geldvermögen im Wert von beinahe 50 Mrd. Euro. Die Notenbank erklärte diese Entwicklung vor allem mit der starken Wirtschaftsleistung, die zu einer spürbaren Zunahme der verfügbaren Einkommen geführt habe. Mit 10 Mrd. Euro fraßen Kursverluste bei bereits zuvor gehaltenen Wertpapieren allerdings einen Teil der Zuwächse auf.

Weg vom Tagesgeld

Nach den Angaben nahmen die Bankeinlagen (einschließlich Bargeld) netto um knapp 8 Mrd. Euro zu. Dabei führten insbesondere die gestiegenen Zinsen für weniger liquide Einlagen zu einer Umschichtung weg von täglich fälligen Einlagen. Daher gingen die Sichteinlagen zurück, während Spareinlagen stark zulegten. Die Ansprüche gegenüber Versicherungen nahmen mit plus 23 Mrd. Euro netto erneut spürbar zu.

Die wachsende Unsicherheit etwa über die Kreditwürdigkeit einiger Euro-Länder bewegte die Menschen in Deutschland auch dazu, ihr Geld vermehrt in als sicher geltenden festverzinslichen Wertpapieren (einschließlich Geldmarktpapieren) anzulegen. Diese verzeichneten im Berichtsquartal Nettozuflüsse von 2,7 Mrd. Euro. Hiervon profitierten vor allem längerfristige Bundesanleihen.

Raus aus Fonds, rein in Aktien

Für netto 2 Mrd. Euro wurden zudem Aktien gekauft. Dies führt die Bundesbank auf die inländische Konjunkturerholung und das verbesserte Geschäftsklima im ersten Quartal zurück. Seither kam der Aufschwung fast zum Erliegen und die Kurse an den Aktienmärkten brachen ein. Aus Investmentfonds wurden hingegen knapp 3,5 Mrd. Euro herausgenommen.

Gleichzeitig bauten die privaten Haushalte ihren Schuldenberg geringfügig ab. Per Saldo wurden nach den Angaben Kredite von knapp 4 Mrd. Euro getilgt. Damit summierten sich die Schulden bei Banken und Versicherungen zum Quartalsende auf 1,534 Billionen Euro. Das Nettogeldvermögen stieg entsprechend auf 3,291 Billionen Euro.

Mit Ausnahme einiger krisenbedingter Dellen häufen die Deutschen stetig mehr Geldvermögen an: Anfang 1991 hatte das Geldvermögen der privaten Haushalte noch einen Wert von revidiert 1,815 Billionen Euro, Anfang 2001 waren es revidiert 3,487 Billionen Euro.

Quelle: n-tv.de, nne/AFP/rts

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