Wirtschaft

"Kein Grund zum Abgesang" Deutscher Exportmotor stottert

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Deutsche Exporte sinken. Aber laut DIHK-Außenhandelsexperte Nothnagel "gibt es aber keinen Grund, den Abgesang anzustimmen".

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Juni sinken die deutschen Ausfuhren im Monatsvergleich unerwartet. Zum Vorjahr bleibt aber das Plus. Für den DIHK ist das Grund genug, den deutschen Exporteuren weiter anhaltend gute Geschäfte vorherzusagen.

Der deutsche Export lahmt. Im Juni sanken die Ausfuhren im Monatsvergleich kalender- und saisonbereinigt um 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Sie gingen damit stärker zurück als von Volkswirten erwartet.

Gegenüber dem Juni des Vorjahres liegt die deutsche Exportwirtschaft zwar weiterhin im Plus: Der Anstieg um 3,1 Prozent auf 88,3 Mrd. Euro ist aber deutlich geringer als die jährlichen Wachstumsraten der Vormonate. Im Mai hatten die Exporte im Jahresvergleich noch um 20,1 Prozent zugelegt.

Die Einfuhren 0,3 Prozent lagen höher als im Vormonat. Sie letterten im Juni gegenüber dem Vorjahr um 6,0 Prozent auf 75,6 Mrd. Euro. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 12,7 Mrd. Euro ab.

Dickes Auftragspolster

Dennoch: Nach Ansicht des DIHK können sich die deutschen Exporteure weiter auf anhaltend gute Geschäfte einstellen. "Die überschäumenden Zahlen vom Jahresbeginn gehören zwar der Vergangenheit an", sagte der Außenhandelsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ilja Nothnagel. "Es gibt aber keinen Grund, den Abgesang anzustimmen." Der Verband halte an seiner Prognose fest, dass die Außenhändler ihren Umsatz 2011 um rund elf Prozent steigern. "Damit knacken wir die Billionen-Marke", sagte Nothnagel.

Nothnagel sieht die deutschen Exporteure weiter gut aufgestellt - auch dank eines dicken Auftragspolsters. "Bei den Auslandsaufträgen geht es weiter nach oben. Das Ende der Fahnenstange ist hier noch nicht erreicht." Zudem sorgten die Schwellenländern trotz einer konjunkturellen Abkühlung immer noch für Impulse.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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