Wirtschaft

Zu hart gearbeitet? Deutscher stirbt bei Merrill-Lynch-Praktikum

In London wird ein deutscher Student in seinem Wohnheim tot aufgefunden. Er hatte ein Praktikum bei einer renommierten Investmentbank absolviert – und dabei offenbar regelmäßig bis in die frühen Morgenstunden gearbeitet. Nun wird darüber spekuliert, ob das zu viel für den 21-Jährigen war.

Der Tod eines Praktikanten bei der Bank of America Merrill Lynch hat eine Debatte über die Anforderungen an Berufsanfänger in der Londoner Finanzbranche ausgelöst. Der 21-jährige wurde am vergangenen Donnerstag bewusstlos von Mitbewohnern in einem Studentenheim im Osten der Stadt aufgefunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Deutschen feststellen. Woran der junge Mann starb, ist nicht bekannt. Britischen Medienberichten zufolge schließt die Polizei ein Verbrechen aus.

Die Bank teilte mit, der Student habe kurz davor gestanden, sein siebenwöchiges Praktikum abzuschließen. "Wir sind zutiefst schockiert und traurig", teilte die Bank mit. "Er war bei seinen Kollegen beliebt und ein äußerst fleißiger Praktikant mit einer vielversprechenden Zukunft."

Den Berichten zufolge studierte der Deutsche Betriebswirtschaft an der Universität Michigan und hatte bereits bei anderen renommierten Adressen gearbeitet – darunter die Deutsche Bank und die Unternehmensberatung KPMG.

Britische Zeitungen spekulieren darüber, ob zu viel Arbeitseinsatz zu dem  Tod geführt hat. Die Rede ist davon, dass er drei Tagen in Folge durchgearbeitet hat und morgens nur zum Duschen und Kleiderwechsel ins Wohnheim fuhr. In Finanz-Foren wird behauptet, dass solche Arbeitszeiten in der Branche für karrierewillige Praktikanten in der City of London nicht unüblich seien. Dafür würden sie  - auf das Jahr hochgerechnet - mit umgerechnet mehr als 50.000 Euro entlohnt.

Quelle: n-tv.de, jga