Wirtschaft

Welt-Index Die globale Wirtschaft hält sich wacker

Die Erwartungen an die Weltkonjunktur und an die Unternehmen durch die professionellen Marktteilnehmer, Analysten und Anleger konnten in den vergangenen vier Wochen erneut mehrheitlich übertroffen werden.

Das dritte Quartal neigt sich dem Ende zu, und die entscheidende Frage an den internationalen Kapitalmärkten ist: Bekommen wir eine Herbstrallye, die auf einer robusten Weltkonjunktur fußt oder werden die politischen Unsicherheiten das Umfeld an den Finanzmärkten vorerst weiter eintrüben? 

"Nach unseren Szenario-Modellen, welche im Rahmen des "Welt-Index" berechnet werden, sehen wir durchaus gute Chancen, dass die fundamentalen Faktoren in der Weltwirtschaft nochmals an Dynamik hinzu gewinnen können. Dies könnte das so wichtige Momentum an den Finanzmärkten positiv unterstützen", konstatiert Markus C. Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung, welche monatliche den "Welt-Index" veröffentlicht.

Gerade die globalen Konsumausgaben bzw. die industriellen Investitionsausgaben seitens vieler Unternehmen konnten in den letzten Wochen weltweit nochmals an Dynamik zulegen. Hintergrund sind die robusteren Gewinnwachstumsraten sowie die starken Investitionsabsichten aus den Vorquartalen, in fast allen industrialisierten Volkswirtschaften. Viele Umfragen zu diesem Thema verdeutlichen, dass die Investitionsabsichten im bevorstehenden Herbst, unter anderem in Deutschland, sehr robust sein sollten, genauso wie in den USA.

Auch im restlichen Europa ist die Kreditnachfrage ausgesprochen hoch, gleichzeitig verringern sich die Bedingungen für die Kreditvergabe, so dass der Zugang zu Kredit und Liquidität zunehmend einfacher für die Unternehmen werden sollte. In Asien besteht ein hohes Maß an Heterogenität in Sachen Kapitalzugang. Während in China und Indien sich die liquiditätsbedingte Lage weiter verbessert, nicht zuletzt durch gezielte Maßnahmen der Regierungen und der Notenbanken, befinden sich kleiner Nationen wie u.a. die Philippinen, Thailand oder Kambodscha eher in einer liquiditätsbedingten Untersättigung. "Kapital ist der Blutkreislauf für alle Wirtschaftssysteme. Funktioniert der Kreislauf prosperiert die Wirtschaft, stoppt man besagten Kreislauf zu schnell, kann es zum Infarkt kommen", führt Zschaber aus.

Die positive Durchdringung in alle Wertschöpfungsketten der globalen Industrie blieb jedoch bis zuletzt begrenzt, was zum einen an Bestandskorrekturen der Lager lag. Zum anderen war das schlichtweg an der Tatsache festzumachen, dass die zunehmenden Sorgen über eine weitere Eskalation des Handelskriegs, den damit verbundenen negativen Auswirkungen von Zöllen, dem Brexit und anderen politische Verwerfungen, starke Hemmnisse im Produktionswachstum verursachten.

"In den vergangenen zwei Jahrzehnten vergrößerte sich die globale Integration von Unternehmenswertschöpfungsketten mit hoher Geschwindigkeit, wodurch die Stärke und Komplexität globaler wirtschaftlicher Verknüpfungen und potenzieller wirtschaftlicher Schocks, im Falle einer Störung dieser Wertschöpfungsketten, deutlich höher ausfallen würde. Dies sollten US-Präsident Donald Trump und alle anderen Protagonisten schnell begreifen. Bei einer wirklichen Eskalation des Handelskriegs können globale Ansteckungseffekte und ein dramatischer Anstieg des systemischen Stresses, mit einer rasanten Ausbreitung die Folge sein", warnt Zschaber.

Viele Experten sehen bereits die gegenwärtige Abschwächung der Preise für Industriemetalle um mehr als zehn Prozent, seit der Androhung von Strafzöllen durch die USA auf chinesische Produkte, als Vorbote einer gesamtwirtschaftlichen Abschwächung. Zschaber sieht dies allerdings derzeit noch anders: "Richtig ist, dass dies die Weltwirtschaft im maximal Fall, sofern Zölle im Gesamtvolumen von 800 Milliarden US-Dollar erhoben werden würden, etwas mehr als einen halben Prozentpunkt an Wachstum verlieren würde. Die Weltkonjunktur ist allerdings noch so stark, dass sie dieses verkraftet. Dass die Weltwirtschaft durch einen Crash der Metallpreise zusätzlich in eine Negativspirale gezogen wird, geht mir zu weit, da vor allem die weiterhin hohe Nachfrage unberücksichtigt bleibt. Allein China hat aktuell über 100 Projekte für den Ausbau von Stromnetzen ausgeschrieben, dies sind reale Nachfragen, die wiederum die Preise stabilisieren werden".

Dr. Markus C. Zschaber

Dr. Markus C. Zschaber

Die Nachfrage in der Welt ist weiterhin solide. Sicherlich gibt es derzeit schwächere Zahlen bei den Auftragseingängen und Neubestellungen etwa in Deutschland, dem eigentlichen Exportweltmeister. Dennoch verdeutlichen die aktuellen realen Exporte beispielsweise aus Taiwan, die um über fünf Prozent zum Vorjahresmonat anstiegen sind, dass der Trend in Takt ist.

Am stärksten war der Anstieg mit 7,6 Prozent im Technologiesektor, der die Produktion ausweiten konnte. "Fakt ist, Taiwan bleibt der Technologieführer mit Schwerpunkt auf Chips für Smartphones, Grafikprozessoren und Servern. Auch die jüngsten Unternehmensergebnisse aus diesem Sektor verdeutlichen die extrem positive Dynamik.

"Unsere Szenario-Analysen im Rahmen des "Welt-Index" bestätigen eindeutig, dass ein Abklingen der weltweiten Nachfrage in diesen Wachstumsfeldern nur als sehr unwahrscheinlich einzustufen ist. Vielmehr kommt es auf den jeweiligen Nachfragezyklus an und welche Produkte gerade besonders im Fokus stehen. Deutsche Produkte scheinen eine kurze Verschnaufpause auf hohem Niveau zu durchleben", so Zschaber weiter.

Zusammengefasst zeigt die globale Industrie unterschiedliche Geschwindigkeiten und Qualitäten in ihren Teilbereichen bzw. Sektoren an. Es können aber auch deutliche, regionale Unterschiede im gleichen Sektor empirisch erfasst werden. Die Heterogenität einzelner Branchen innerhalb des gesamtwirtschaftlichen Zyklus ist teilweise wirklich gravierend und für den Experten eine der verantwortlichen makroökonomischen Komponenten, welcher für höhere Marktvolatilitäten bereits seit einige Monaten Sorge trägt.

Der globale Dienstleistungssektor befindet sich weiterhin in einer regelrechten Boomphase und gilt als ganz entscheidende Stütze der Weltwirtschaft. "In gewisser Weise haben die Märkte seit Jahresanfang die gesamte fundamentale positive Dynamik in allen Sektoren der Weltkonjunktur honoriert, allerdings gestaltet sich das industrielle Wachstum zum einen schlichtweg komplizierter und mit hohen Unterschieden und unterschiedlichen Zyklen. Zum anderen konnten zunehmende Handelsrisiken und politische Unsicherheitsfaktoren quantifiziert werden. "Diese übergeordneten Entwicklungen ziehen die Verteilung der zukünftigen wirtschaftlichen Schlussfolgerungen regelrecht auseinander. Daher ist es nicht überraschend, dass die Vermögensmärkte ziemlich volatil waren und dass einige Anlageklassen (Aktien) in den letzten Monaten relativ richtungslos waren", so Zschaber.

Der V.M.Z.-Kommentar zum aktuellen Stand

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Die aktuelle Expansion der Weltwirtschaft, gemessen am "Welt-Index", liegt derzeit bei 63% (61% im Vormonat) und damit oberhalb Vormonats. Die Ausgangslage der Weltwirtschaft bleibt grundsätzlich positiv, das Wachstumstempo verlangsamt sich allerdings in vielen Teilbereichen. Der weltweite Handelskrieg, vor allem zwischen den USA und China und den USA und der EU, hat die Stimmungsindikatoren rund um den Globus bereits abkühlen lassen. Hinzu kommt, dass diverse politische Themen explizit in Europa, sei es die erneute politische Unsicherheiten durch die Regierungen in Italien oder aber auch den Brexit, die europäische Konjunktur unter das Niveau des eigenen Potenzialwachstums reduziert haben. Unterm Strich hat die konjunkturelle Dynamik in Europas den bescheidenden Trend der letzten Wochen und Monate fortgesetzt. Dagegen sorgten viele Volkswirtschaften aus Asien, darunter China und Indien, für deutlich positivere Entwicklungen in ihren fundamentalen Trendlinien.

Der von den USA ausgehende globale Handelskrieg ist die größte Sorge weltweit agierender Investoren, darauf verweisen alle Marktreaktionen sowie alle Umfragen. Dies erklärt auch die immer wieder einsetzenden Kapitalströme in sogenannte "sichere Häfen" u.a. in US-Staatsanleihen. Im Vergleich zu den langfristigen Durchschnittswerten sind die entsprechenden Positionen der Investoren so hoch wie seit Januar 2015 nicht mehr. Aber auch Positionen von IT-Firmen aus den USA sind nach wie vor favorisiert, diese US-Technologieaktien stehen weiterhin ganz oben auf den Kauflisten.

"Wir als Vermögensverwalter konzentrieren uns innerhalb des Investmentansatzes sehr stark auf die Analyse der jeweiligen Geschäftsmodelle, dazu werden auch fundamentale Metriken berücksichtigt sowie die bilanzielle Stärken und Schwächen bei den Unternehmen, an denen wir uns beteiligen und damit in den Gesamtbewertungsprozess einbezogen. Viele der Tech- Werte sind für unser Haus derzeit schlichtweg zu teuer geworden, denn hier werden teilweise Preise abgerufen, die nichts mehr mit einer realen Kalkulation von Chancen und Risiken zu tun haben. In solchen Fällen halten wir uns zurück", fasst Zschaber zusammen.

Außerdem verweist der Experte darauf, dass der Anteil des Technologiesektors am US-Index S&P 500 vor 30 Jahren nur 6 Prozent war. Anschließend stieg dieser bis zum Platzen der Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends auf 30 Prozent, aktuell spiegelt dieser Sektor wieder rund 26 Prozent des Index wieder. Dagegen hat neben den genannten Sektoren auch die Bedeutung der Konsumgüterhersteller abgenommen, ihr Gewicht hat sich im selben Zeitraum von 14 auf heute 7 Prozent halbiert.

Ein großes Thema von den USA ausgehend und sicherlich die ganze Welt betreffend, sind die immer näher rückenden US-Midterm-Elections (Kongresswahlen). Dass die Mehrheit der Republikaner in beiden Kammern verteidigt werden kann, wird zunehmend unwahrscheinlicher. Besagte politische Unsicherheit könnte dazu führen, dass die Investoren eine gewisse Risikoprämie fordern, was die Volatilität nochmals kurzfristig etwas ansteigen lassen könnte. Bei mehr Klarheit sollten sich jedoch die starken Unternehmens- und Fundamentaldaten wieder durchsetzen. Hinzu kommt, dass ein größerer Einfluss der Demokraten auf die Handelspolitik tendenziell positive Auswirkungen haben wird.

Lediglich die US-Geldpolitik führt durch ihren Zinserhöhungspfad und ihren allgemein restriktiveren Kurs zu gesamtwirtschaftlichen Gegenwind. Die jüngsten Kommentare von Trump, die Fed sorge nicht "wie geplant" für günstiges Geld, werden sicherlich noch zu höherer markttechnischer Aufmerksamkeit hinsichtlich der Aktivitäten der US-Notenbank führen. In der Tat hat die FED während Trumps Amtszeit bereits fünf Mal die Leitzinsen angehoben.

"Diese schrittweisen Zinsanhebungen mussten sein, da durch die Steuerreform ein Konjunkturprogramm im Spätzyklus läuft, welches auf eine Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt trifft und eine Überhitzung und Inflation hätte folgen können. Die US- Notenbank nimmt ihre Verantwortung wahr, auch wenn ihre geldpolitischen Operationen primär nationale Interessen fokussieren und die wechselseitigen Abhängigkeiten z.B. zu den Schwellenländern durch einen starken US-Dollar völlig unberücksichtigt bleiben, die heimische Wirtschaft möglichst intelligent zu steuern.

Fakt ist, die Dollarstärke wird zunehmend zu einem Problem für die Zentralbanken der Schwellenländer, seit ungefähr vier Monaten erhöhte sich der US-Dollar handelsgewichtet um rund acht Prozent. Eine solche Aufwertungsdynamik, in einem solch kurzen Zeitraum, hat in der Vergangenheit eigentlich immer inflationistische Entwicklungen in den Schwellenländern hervorgebracht. Nicht umsonst melden sich die Zentralbanken aus Indonesien, den Philippinen, Argentinien oder aus der Türkei zu Wort und schimpfen über besagte Entwicklung des US-Dollars. Viele Zentralbanken mussten jüngst die Zinsen dramatisch erhöhen, in Argentinien wurde der Leitzins jüngst sogar von 45 nochmals auf 60 Prozent angehoben. Der Konjunkturzyklus der Schwellenländer ist eben auch von den USA abhängig, ein starker US-Dollar wirkt hier als Bremse, da sich unter anderem die Kreditkosten dramatisch verteuern.

Die Datenanalyse zum "Welt-Index" zur chinesischen Volkswirtschaft war durch die Bank sehr robust, vor allem die Datenlage zur Industrie konnte sehr positiv überzeugen. Angeführt von den Staatsbetrieben haben die Unternehmen der Branche ihre Gewinne in den ersten sieben Monaten des Jahres um über 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitrau, gesteigert.

"Besonders hervorzuheben sind die verbesserte Produktivität, die abnehmender Verschuldung und die zunehmend höheren operativen Margen. Zudem konnten die ausgesprochen guten Ergebnisse der chinesischen Autobauer sowie weitere Maßnahmen der Notenbank zur Unterstützung des Renminbi positiv überraschen. Die makroökonomische Dynamik im aktuellen chinesischen Konjunkturzyklus, aber auch in den Erwartungen an die zukünftige Konjunkturlage sowie die Entwicklung der Unternehmen in China, ist ausgesprochen positiv", resümiert Zschaber.

Auch Indien zeigt aktuell in Asien eine vergleichsweise attraktive, gesamtwirtschaftliche Performance, denn mit einem Wachstum in Höhe von 8,2 Prozent im zweiten Quartal, übertrifft Indien alle Erwartungen. Mögliche Belastungen durch den Handelskonflikt blieben bisher aus und die Konjunkturprogramme vor der Wahl 2019 könnten das Wachstum weiter befeuern. Die ohnehin schon schwache Rupie sollte außerdem über steigende Importpreise die Inflation treiben, auf der anderen Seite sollten auch die Exporte weiter positiv beeinflusst werden.

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Die Erwartungen an die Weltkonjunktur und an die Unternehmen durch die professionellen Marktteilnehmer, Analysten und Anleger konnten in den vergangenen vier Wochen erneut mehrheitlich übertroffen werden. Hintergrund sind die politischen Unsicherheitsfaktoren und die große Sorgen darüber, dass die angekündigten US-Zölle in den kommenden Wochen eingeführt werden und es zu massiven Gegenreaktionen kommen wird. Die nächsten Eskalationsstufen im Handelskrieg zwischen Washington und Peking und wahrscheinlich auch Brüssel würden dann erreicht werden. Diese politischen Faktoren drückten die Erwartungen regelrecht nach unten. Auf der anderen Seite konnten die gesamtwirtschaftliche Dynamik in China, Indien, den USA sowie in Deutschland und Japan jüngst an Fahrt zulegen. Die Chancen stehen gut, dass die positiven Entwicklungen vorerst weiter anhalten werden.

Dies führte zu positiven Überraschungen auf breiter Front. 62% (60% im Vormonat) der analysierten gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Daten haben die allgemeinen Erwartungen übertroffen. Sofern keine Anomalien an den Finanzmärkten auftreten, sollte das Übertreffen der Erwartungen für ein ansteigendes Engagement von risikoorientierten Wertpapieren in den Portefeuilles der internationalen Anleger Sorge tragen.

Fazit & Ausblick für Anleger

"Unser Investmentszenario für die Herbstmonate, welches wir unter anderem aus den Ergebnissen zum "Welt-Index" konstruieren, legt nahe, dass die handelspolitische Rhetorik, gerade im Vorfeld der im November stattfindenden US-Zwischenwahlen, weiterhin zwischen Androhung und Vergeltung schwanken wird. Für eine Kapitalanlagestrategie dürfte dabei die zunehmende Verquickung von Handelspolitik und Fundamentaldaten im Fokus stehen. Ähnlich wie in den Sommermonaten wird die Verteilung besagter Einflussfaktoren eher für ansteigende kurzfristige Volatilität sorgen. Aus diesem Grund haben wir das Absicherungsinstrument, welches von ansteigender Volatilität mittels eines Hebels profitiert, innerhalb des Musterportfolios beibehalten, so dass das Gesamtportfolio an der steigenden Volatilitäten partizipiert", fasst der Kölner Vermögensverwalter zusammen.

Trotz der wahrscheinlichen Abflachung der Weltkonjunkturkurve sollte das globale Wachstum noch eine ganze Weile oberhalb der Potenzialrate liegen (ausgenommen in Europa). Eine kräftige Abkühlung der Weltkonjunktur oder gar eine Rezession sieht der Experte derzeit nicht. Fakt ist, die Wachstumskräfte sollten weiterhin positiv verlaufen, doch nehmen trotz des positiven Grundszenarios die Unterschiede zwischen den Ländern und Regionen zu. Allein ein Blick auf die globalen Wertschöpfungsketten zeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten je nach Region, Sektor und Unternehmen ausfallen sollten. "Die weltweite Streuung bei der Kursentwicklung sollte künftig zunehmen, eine Diversifikation innerhalb einer Anlageklasse und unterhalb der verschiedenen Anlageklassen ist hierbei die Antwort", so Zschaber weiter.

Der Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt dürfte die großen Zentralbanken der Welt nicht kalt lassen. Dennoch ist aus heutiger Sicht kaum davon auszugehen, dass sich etwa die Europäische Zentralbank von einem Ende ihres Wertpapierkaufprogramms oder die US-Notenbank Fed von weiteren Leitzinserhöhungen abbringen lassen. Der geldpolitische Normalisierungskurs sollte ebenfalls zu einer stärkeren Spreizung bei den Assetklassen bzw. den Regionen beitragen. "Es wird wahrscheinlich eine Phase höherer Volatilitäten vor uns liegen. Ein Anleger sollte sich genau überlegen, ob er sich zutraut diese komplexen Zusammenhänge aus Wirtschaft, Politik und Finanzmarkt richtig in seinen eigenen Auswahlprozess zu integrieren oder sich an einen Verwalter zu wenden. Ein solches Umfeld verlangt förmlich eine hohe Expertise in den Themen und das notwendige Fingerspitzengefühl.

Strategie & Veränderungen im Musterportfolio

  • Gewichtung von insgesamt 24% in mittelständischen europäischen, deutschen und US - Unternehmen (Hidden Champions – Fokus) US – Anteil wird strategisch weiter aufgebaut.
  • Defensivere Geschäftsmodelle werden bei neuen Allokationen präferiert
  • Schweizer Large Caps werden taktisch erhöht
  • Europäische Large – Caps werden weiter reduziert
  • Ausnahme bilden europäische und US - Zykliker (Chemie, IT, Pharma und Maschinenbau)
  • Ebenfalls im Fokus stehen weiterhin qualitative Industrie- und Konsumwerten explizit aus Deutschland und aus Japan.
  • Large Caps aus den USA haben die vorläufige die Zielquote erreicht, favorisiert werden aber binnenmarktorientierte Geschäftsmodelle
  • Die Beimischungen von beispielsweise asiatischen Aktien bleiben im Fokus
  • Die aktuelle Aktienquote innerhalb des Musterportfolios liegt bei 65,5%.
  • Die Cash – Quote liegt bei 7,5% um bei weiteren Schwankungen Zukäufe bei Qualitätsaktien umzusetzen
  • Rentenmarkt wird weitestgehend bis auf einzelne Bausteine untergewichtet
    • Hochzinsanleihen bleiben weiterhin außen vor
    • Wandelanleihen untergewichtet positioniert
    • Unternehmensanleihen untergewichtet positioniert
    • Aufbau von hypothekenbesicherten Wertpapieren wird mittelfristig fortgesetzt
  • Die eher niedrige Edelmetallquote wird beibehalten
  • Kryptowährungen kommen weiterhin als Anlagevehikel nicht in Betracht.
  • Integration einer Absicherungskomponente (Derivat auf steigende Volatilität)
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Das Musterdepot zum "Welt-Index" beinhaltet diverse Anlageklassen wie beispielsweise Aktien,  Unternehmens-, Wandel- und Staatsanleihen sowie Rohstoffe als auch Edelmetalle. Das Portfolio wird aktiv seit fünf Jahren gemanagt und auch abgesichert je nach Börsenphase, so dass je nach Kapitalmarktsituation auch flexibel die Bargeldquote erhöht oder minimiert wird. Zur Absicherung und Gewinnmitnahmen werden auch ETF´s auf Indices und Märkte verwendet. Mit dieser Art der direkten Abbildung des "Weltwirtschaftszyklus" ist es dem Musterdepot gelungen, eine konstante und höhere Wertentwicklung als der MSCI World  zu erwirtschaften. Nähere Informationen hierzu unter www.zschaber.de

Zur Methode: Die Grundlage des "Welt-Index" ist die Analyse von Wirtschaftsindikatoren aus der ganzen Welt, die eine hohe wirtschaftliche Relevanz und eine hohe Reaktion an den Finanzmärkten mit sich bringen. Diese werden weltweit von Statistikämtern und Forschungsinstituten sowie weiteren hochrangigen wissenschaftlichen Quellen veröffentlicht. In der Endform konzentriert sich der "Welt-Index", der aus zwei Komponenten besteht, dem "Index der Konjunkturdaten" und dem "Index der Markterwartungen", auf die monatlich 50 wichtigsten Konjunkturdaten, zugrunde liegen mehr als 1000 internationale Indikatoren, die monatlich ermittelt und bewertet werden. Die Verknüpfung der Datenreihen in einer nach Dominanzfaktoren gegliederten Gewichtung gibt Aufschluss darüber, in welchem Zyklus und Stadium sich die Weltwirtschaft befindet. Aufgrund der Kombination von frühzyklischen, gleichzyklischen und nachzyklischen Indikatoren sowie der Integration einer Erwartungskomponente ermöglicht der "Welt-Index" eine sehr genaue Messung des aktuellen Status. Um dieses zu vereinfachen, werden dann zwei Trenddaten erstellt, die Aufschluss darüber geben, wie viele der ermittelten Daten in den vergangenen vier Wochen gefallen oder gestiegen sind. Nähere Informationen hierzu unter: www.weltindex.de

Das Musterportfolio zum "Welt-Index" ist nur als begleitende Information zu verstehen und dient nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH erstellt den Index monatlich exklusiv für die "Welt am Sonntag" und den Nachrichtensender "n-tv".

Quelle: n-tv.de