Wirtschaft
"Digital Natives" sind mit Wikis, Blogs und Social Networks aufgewachsen. Bei ihnen wandert die virtuelle
Welt immer mit.
"Digital Natives" sind mit Wikis, Blogs und Social Networks aufgewachsen. Bei ihnen wandert die virtuelle Welt immer mit.(Foto: imago/Westend61)
Samstag, 06. Mai 2017

"Fit für die Next Economy": Digital Natives retten die Old Economy

Ein Gastbeitrag von Anne M. Schüller

Wenn zwei Generationen aufeinanderprallen, fliegen häufig die Fetzen - auch in Unternehmen. Das ist schade. Denn die Old Economy braucht dringend die Kompetenz und Kreativität der Jungen, die in die digitale Welt hineingeboren wurden.

Mit digitaler Kompetenz, hohem Tempo und einem Riecher für Innovationen treibt die Millennial-Generation neue Geschäfts-, Arbeits-, Kommunikations- und Vermarktungsmodelle voran. Diese sind von tradierten Modellen der Old Economy meist völlig entkoppelt. Für immer mehr etablierte Unternehmen stellt sich damit die Anschluss- und Überlebensfrage. Denn wer erfolgreich in der Zukunft ankommen will, muss fit und attraktiv sein für die Lebenswelt dieser jungen Generation.

Die sogenannten Digital Natives, die in die Computerwelt hineingeboren wurden, sind die bestausgebildetste und zugleich kreativste Generation, die wir je hatten. Sie will nicht über die digital transformierte Welt herrschen, sondern sie weitergestalten. Der Wandel, der jetzt kommt, wird der größte aller Zeiten sein. Die Stärken dieser Generation für sich zu nutzen und passende Miteinander-Initiativen zu starten, genau das macht den Unterschied zwischen den zukünftigen Überfliegern der Wirtschaft und dem traurigen Rest aus.

Weiterentwicklung der Old Economy

In der digitalen Welt sind ein entscheidender Faktor die Bereitschaft und Fähigkeit, mit ständiger Veränderung virtuos umzugehen. Jüngere Generationen sind seit je her in dieser Disziplin besser. Digital fit und global geprägt, erkennen qualifizierte Millennials Potenziale blitzschnell, können Marktdifferenzen identifizieren und Lösungen ganz neu kombinieren.

Die junge Generation kann der Old Economy helfen, sich auf das Neuland der Zukunft mit seinen immer schnelleren Zyklen vorzubereiten, agiler zu werden, kollaborativer zu handeln und auch Brüche zu wagen. Anstatt sich die Digital Natives also gefügig zu machen, sollten Unternehmen ihr Potenzial besser nutzen. Denn der Wandel hin zur Next Economy kann nur gelingen, wenn die "Jungen" zu Mentoren der "Alten" werden. Nur so kann das Überleben der alten Unternehmen gesichert werden. Es geht um nicht weniger, als um die Existenz.

Doch was, wenn es mit der Verständigung nicht klappt? Dann werden Brückenbauer und Trittsteinleger gebraucht, um die wachsende Kluft zwischen „Jung“ und "Alt" zu überwinden und zu gemeinsamem Handeln zu kommen. Dazu muss man verstehen, wie die Millennials ticken, wie sie arbeiten und welches Umfeld sie brauchen, um auf hohem Niveau produktiv zu sein.

"Quick wins" und "Big wins"

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln und Möglichkeiten, wie Unternehmer und Manager ihr Geschäftsmodell am Ende zukunftsfit machen, wie sie Arbeitsweisen und Führungsmethoden modernisieren können und wie sie die High Potentials der jungen Generation zur aktiven Mitarbeit gewinnen und das ganze Unternehmen kundenfreundlicher gestalten können.

Damit der Weg in die "Next Economy" zügig gelingt, müssen Unternehmer, Manager und Mitarbeiter aber auch die notwendigen Transformationsprozesse in Angriff nehmen und interne Strukturen auf Zukunftsfähigkeit trimmen. Gemeinsam mit meinem Co-Autor Alex T. Steffen habe ich in "Fit für die Next Economy – Zukunftsfähig mit den Digital Natives" Mittel und Wege vorgestellt, wie man sein Geschäftsmodell zukunftsfit macht.  Ein unbedingtes Muss sind dabei Akzeptanz für die Zeichen der Zeit und Umsetzungswille. Unternehmenslenker werden die Erfahrung machen, dass es "Quick wins" gibt, die rasche Erfolge bringen, und "Big wins", die direkt auf die Schnellstraße zur Next Economy führen.

Quelle: n-tv.de

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