Wirtschaft

"Konzern kann nun langfristig arbeiten" Douglas verlässt Börsenparkett

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Douglas-Chef Henning Kreke will Börsensabschied

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach mehr als 50 Jahren endet für Douglas das Abenteuer Börse. Die verbliebenen Aktieninhaber werden abgefunden. Der Handelskonzern will so "schneller und flexibler" werden.

Der Handelskonzern Douglas nimmt Abschied von der Börse. Der Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke wollen das Unternehmen mit dem Segen der Hauptversammlung von der Börse nehmen. "Gemeinsam mit Advent International streben wir nun einen Squeeze-Out an und damit verbunden ein De-Listing - also den Börsenrückzug", sagte Douglas-Chef Henning Kreke beim letzten öffentlichen Treffen der Douglas-Anteilseigner. Die Anteilseigner billigten das Herausdrängen der letzten Aktionäre gegen eine Barabfindung von 38 Euro je Aktie. 

Advent hatte sich 2012 mit der Gründerfamilie Kreke verbündet und im vergangenen Oktober ein Übernahmeangebot vorgelegt. Unter der Ägide des Finanzinvestors sollen bei Douglas nun vor allem die namensgebende Parfümeriekette und die Christ-Juweliergeschäfte ausgebaut werden. Die Textilkette AppelrathCüpper und die Hussel-Süßwarenläden stehen dagegen eher in der zweiten Reihe: Sie sollen laut Advent "ertragsorientiert" weitergeführt werden. Beim angeschlagenen Buchhändler Thalia soll der Umbau weitergehen. Er leidet unter Internet-Konkurrenz wie Amazon und dem Siegeszug von E-Readern wie dem Kindle.

Gut 50-jähriges Kapitel schließt sich

Douglas werde durch den Rückzug von der Börse "schneller und flexibler", rief Kreke den wenigen verbliebenen Anteilseignern zu. So könne der Konzern nun langfristig arbeiten und müsse seine Entscheidungen nicht mehr "quartalsweise veröffentlichen und kommentieren". Zudem habe das Unternehmen den Kapitalmarkt auch gar nicht wirklich gebraucht: Kapitalerhöhungen oder Anleihen "kennt dieses Unternehmen praktisch nicht", sagte Kreke.

Insgesamt blickt der Hagener Handelskonzern auf eine lange Börsengeschichte zurück. Im Oktober 1966 waren erstmals Anteilsscheine des Douglas-Vorläufers Hussel im amtlichen Handel notiert worden. "Nach nunmehr fast 50 Jahren geht die Geschichte als börsennotiertes Unternehmen zu Ende" bilanzierte auch Aufsichtsratschef Jörn Kreke. Nach Ansicht von Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ist es vielleicht nur ein "Abschied auf Zeit" - denn Advent könnte in fünf bis sieben Jahren über einen Börsengang wieder bei Douglas aussteigen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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