Wirtschaft

Cyberangriff auf Impfstoff-Daten EU-Prüfbehörde bleibt im Zeitplan

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Anfang kommenden Jahres soll mit Iimpfungen gegen Sars-CoV-2 begonnen werden.

(Foto: imago images/Chai von der Laage)

Beim Cyberangriff auf die EU-Arzneimittelbehörde greifen Hacker auf Dokumente über den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zu. Die Behörde versichert, sie bleibe mit der Zulassung dennoch im Zeitplan.

Bei einem Hackerangriff auf die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ist nach Angaben von Biontech und Pfizer auf Daten zum Corona-Impfstoff der Pharmakonzerne zugegriffen worden. Betroffen seien "einige Dokumente im Zusammenhang mit der Einreichung von Zulassungen für den Covid-19-Impfstoffkandidaten von Pfizer und Biontech, BNT162b2", teilte Biontech am Abend mit. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Patientendaten betroffen seien. Pfizer und Biontech betonten zugleich, dass in diesem Zusammenhang ihre jeweiligen Systeme nicht angegriffen worden seien.

Nach Angaben der EMA werde der Vorfall keine Auswirkung auf die Prüfungsfristen für den Impfstoff haben. Die Behörde hatte den Hackerangriff zuvor bekannt gegeben. Es sei umgehend eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, teilte sie mit. Nähere Angaben wie etwa zum Zeitpunkt des Cyberangriffs, dem Ausmaß oder zu vermuteten Angreifern machte die EMA bislang nicht.

In der Corona-Krise steht die EMA derzeit besonders im Licht der Öffentlichkeit. Die Arzneimittelbehörde ist in der EU für die Zulassungsverfahren von Medikamenten zuständig, darunter auch den Corona-Impfstoffen. Direktorin Emer Cooke äußerte sich positiv über die mögliche Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer. Er zeige eine hohe Wirksamkeit bei 30.000 Testpersonen und habe kaum Nebenwirkungen.

Am 29. Dezember ist laut Cooke ein Treffen der EMA mit allen Arzneimittelbehörden der 27 EU-Mitgliedsstaaten angesetzt. Dann solle die Entscheidung über die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes in der EU fallen. Bis dahin würden die Experten Tag und Nacht die Testergebnisse prüfen. Es würden "keinerlei Zugeständnisse" bei der Sicherheit gemacht, betonte die Direktorin.

Auch die finale Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer strebt die EMA noch bis Ende Dezember an, für das Mittel von US-Konkurrent Moderna Mitte Januar. Experten der Behörde hatten in den vergangenen Monaten bereits große Datenmengen von vorläufigen Tests der Unternehmen analysiert.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/AFP