Wirtschaft

Debatte über Senkung EZB könnte doch an Zinsen rütteln

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Sparer müssen sich gedulden, ehe die Zinsen im Euroraum wieder steigen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Europas Währungshüter halten angesichts wachsender Risiken für die Konjunktur an ihrem Billiggeldkurs fest und verschieben eine mögliche Zinserhöhung - mindestens bis 2020. Doch in Stein gemeißelt soll die Entscheidung laut Insidern nicht sein.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Insidern zufolge offen für eine Zinssenkung, falls das Wirtschaftswachstum sich im weiteren Jahresverlauf abschwächen sollte. "Wenn sich Inflation und Wachstum verlangsamen, dann ist eine Zinssenkung gerechtfertigt", sagte eine mit den geldpolitischen Diskussionen der EZB vertraute Person.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Ein anderer Insider nannte als Grund für einen solchen Schritt insbesondere einen etwaigen weiteren Anstieg des Euro. Das würde die Exportchancen von Firmen des Währungsraums schmälern. Diese haben ohnehin bereits unter den Auswirkungen der internationalen Handelskonflikte zu leiden. Der Insider sagte, ein Euro-Kurs von 1,15 Dollar wäre noch hinnehmbar, die Marke von 1,20 Dollar hingegen wäre ein kritisches Niveau.

Die EZB hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, an ihren Leitzinsen noch bis mindestens zum Sommer 2020 nicht zu rütteln. Draghi bindet die EZB damit weit über seine Ende Oktober auslaufende Amtszeit an die Niedrigzinsen. Die EZB hatte den zentralen Zinssatz im März 2016 auf 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln.

Zugleich ergänzte Zentralbankchef Mario Draghi allerdings, die Währungshüter hätten eine Debatte begonnen über eine mögliche Zinssenkung oder neue Anleihenaufkäufe, um damit die Inflation hochzutreiben. An den Finanzmärkten war diese doppelte Botschaft von manchen Akteuren als nicht überzeugend gewertet worden. Der Euro legte zu auf ein Zweieinhalbmonatshoch von 1,1347 Dollar.

Quelle: n-tv.de, jki/rts

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