Wirtschaft

40 Prozent Minus Einkommen der Griechen brechen ein

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Ein inzwischen gewohntes Bild: Demonstranten protestieren gegen Einsparungen in Griechenland.

(Foto: REUTERS)

Unter den drastischen Einsparungen auf Druck der Geldgeber leiden die Griechen. Innerhalb von gut fünf Jahren sinken die verfügbaren Einkommen drastisch. Grund sind unter anderem Steuererhöhungen und Sozialkürzungen. Doch das Land kommt wieder voran.

Die Griechen haben sind angesichts der seit Jahren andauernden schweren Wirtschaftskrise sowie der massiven Einsparungen inzwischen deutlich ärmer als 2008. Das verfügbaren Einkommen habe im zweiten Quartal um fast 30 Prozent unter dem Niveau des gleichen Zeitraums 2008 gelegen, wie aus Daten des Statistikamtes Elstat hervorgeht. Werde noch die in dieser Zeit angelaufene Inflation berücksichtigt, erhöhe sich das Minus auf nahezu 40 Prozent.

Wegen der immer wieder drohenden Staatspleite hat die Regierung Ausgaben gekürzt und Steuern erhöht, um im Gegenzug Milliarden von internationalen Geldgebern zu bekommen. So wurden etwa in den vergangenen vier Jahren die Sozialleistungen um ein Viertel gesenkt. Das belastet den Konsum im Land, der drei Viertel der Wirtschaftsleistung ausmacht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte auch deshalb in diesem Jahr um etwa vier Prozent schrumpfen. Damit hätte das Euro-Land seit 2008 etwa ein Viertel seiner Wirtschaftsleistung verloren. Erst 2014 wird wieder ein kleines Wachstum erwartet.

Derweil sieht die EU-Task-Force für das Krisenland noch Mängel in der Steuereintreibung und dem Aufbau einer effizienten Verwaltung. Zudem müssten die Unternehmen einen besseren Zugang zu Krediten und Absatzmärkten erhalten, wie es im mittlerweile fünften Bericht der zur Überprüfung des Reformprozesses heißt. Die Task-Force wird vom deutschen Finanzexperten Horst Reichenbach geleitet und hat etwa 60 Mitglieder.

Beispiellose Opfer gebracht

Zugleich sieht das Gremium aber auch Fortschritte bei der Verfolgung  der Steuerhinterziehung, beim Bürokratieabbau und in der Korruptionsbekämpfung. So habe das Land von den zur Verfügung stehenden 20 Milliarden Euro an EU-Regional- und Strukturmitteln bis Ende September 67,5 Prozent abgerufen, Ende 2012 seien es 49 Prozent gewesen. Erfolge gebe es auch bei Infrastrukturprojekten. EU-Währungs- und Wirtschaftskommissar Olli Rehn sprach von ermutigenden Zeichen. "Die Lage bleibt aber für die griechische Bevölkerung sehr schwierig", sagte er.

Im Gegenzug zu den internationalen Hilfsprogrammen hat sich Griechenland zu einem harten Spar- und Rekormkurs verpflichtet. Noch enger dürfe der Gürtel aber nicht werden, warnte der griechische Innenminister Giannis Michelakis bei einer Veranstaltung der Deutsch-Griechischen Versammlung in Nürnberg. "In den vergangenen Jahren mussten wir Opfer auf uns nehmen, die kein europäisches Volk in Friedenszeiten je hat erbringen müssen", betonte Michelakis. Ein weiteres Jahr mit Kürzungen bei Löhnen und Renten würde auch die Wirtschaft nicht aushalten.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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