Wirtschaft

Milliardenvermögen futsch Einst reichster Ire ist pleite

aib.jpg

Sein Investment bei der Anglo Irish Bank wird Sean Quinn zum Verhängnis.

picture alliance / dpa

Er ist noch immer der Held der kleinen Leute. Aber Sean Quinn, den reichsten Mann Irlands, gibt es nicht mehr. Er ist pleite. Zum Verhängnis wird ihm die Banken- und Finanzkrise und sein Engagement bei der Anglo Irish Bank, das sein Milliardenvermögen in einen Milliardenschuldenberg verwandelt.

Der einst reichste Mann Irlands ist nach dem Scheitern einer riskanten Finanzwette pleite. Sean Quinn, der kurz vor dem Zusammenbruch der Anglo Irish Bank massiv in Anteile des Geldhauses investiert hatte, meldete im nordirischen Belfast Insolvenz an. Der 64-Jährige hatte ein Steinbruchunternehmen in einen global agierenden Versicherungs- und Immobilienkonzern ausgebaut.

Auf dem Höhepunkt des irischen Booms 2008 kürte ihn die "Sunday Times" mit einem Vermögen von 4,7 Milliarden Euro zum reichsten Mann der Insel. Sein Unternehmen war vor allem in Irland, Nordirland, Osteuropa und Russland aktiv und beschäftigte 5.500 Mitarbeiter.

Held der kleinen Leute

Das gescheiterte Investment in die Anglo Irish Bank, kurz bevor diese an faulen Hauskrediten zugrunde ging, bedeutet für Quinn und seine Familie Schulden von 2,9 Mrd. Euro. "Er hat keine Möglichkeit die Schulden zu bedienen", sagte Quinns Anwalt. "Ihm bleibt nur eine minimales Vermögen."

Quinn wird in seiner Heimat noch immer als Held verehrt, der tausende Arbeitsplätze geschaffen hat. In den vergangenen Monaten hatten Einheimische demonstriert, um Quinn zuunterstützen.

Die Anglo Irish Bank hatte 2010 den höchsten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte Irlands eingefahren. Der Fehlbetrag lag wegen Wertberichtigungen und Verlusten bei Geschäften mit der Bad Bank Nama bei 17,6 Mrd. Euro gestiegen. Der Staat musste für die Rekapitalisierung der Bank mehr als 30 Mrd. Euro aufwenden und dafür unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

Mehr zum Thema