Wirtschaft

Airbus soll an den Turbinen schrauben Emirates fordert moderneren A380

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(Foto: picture alliance / dpa)

Emirates Airline wünscht sich Verbesserungen am A380. Wenn Airbus es schafft, den Treibstoffverbrauch zu drosseln, dann würde der Großkunde die Bestellungen kräftig aufstocken. Angesichts der vielen Stornierungen durch andere Kunden ein wichtiges Angebot.

Der wichtigste Airbus-Kunde für den Großraumflieger A380 fordert eine Modernisierung der Maschine. Emirates Airline spricht mit dem europäischen Flugzeugbauer über eine Variante der Maschine, die sparsamer mit dem Treibstoff umgeht. Auch der Triebwerkehersteller Rolls-Royce ist in die Gespräche eingebunden. Emirates verbindet die Forderung nach einer Modernisierung mit dem Versprechen weiterer Bestellungen.

Emirates-Präsident Tim Clark sagte in einem Interview, alleine der Einsatz neuer Turbinen könne den Treibstoffverbrauch um bis zu neun Prozent reduzieren. Zusammen mit weiteren Verbesserungen seien Effizienzgewinne im zweistelligen Prozentbereich möglich.

Anspruchsvoller Großkunde

Die staatliche Fluggesellschaft aus Dubai ist der Kunde mit den meisten Bestellungen für das Großraumflugzeug. Erst im Dezember hatte die Fluglinie noch eine Order für 50 weitere Maschinen des Typs vergeben, so dass sich die Aufträge inzwischen auf 140 summieren. 47 A380 hat Emirates bereits im Betrieb.

Von der Dezember-Bestellung wünscht sich Clark die Hälfte der Flugzeuge in der verbesserten Version, die A380neo heißen würde. Die Turbine soll dabei von Rolls-Royce kommen und nicht von den Erzrivalen der Briten, GE und United Tech. "Wenn Airbus das macht, werden wir mit neuen Bestellungen die 65 Maschinen ersetzen, die zu dem Zeitpunkt aus dem Betrieb genommen werden müssen. Und ehrlich: Wir würden noch mehr bestellen", sagte der Emirates-Manager. Er fordere die Modernisierung, weil die aktuellen Turbinen nicht die erwartete Leistung gebracht hätten.

Orderbuch leert sich wieder

Die Bestellung von 65 A380 wäre ein Großauftrag für Airbus. Nach Listenpreis käme er auf ein Volumen von 27 Milliarden Dollar, allerdings erhalten die Kunden oft hohe Rabatte. Airbus hat bislang 324 Aufträge für den Großraumjet erhalten, davon wurden bereits 128 ausgeliefert. Die Fluglinien halten sich inzwischen jedoch mit neuen Bestellungen zurück, es hagelte auch schon Stornierungen, etwa von Lufthansa. Air France-KLM und Virgin haben laut über den Rückzug von aufgegebenen Bestellungen nachgedacht.

Clark sagte, der A380 sei bei weitem das beliebteste Flugzeug bei Emirates und fliege auch "sehr profitabel". Die Araber haben das Flugzeug besonders üppig ausgebaut und bieten in der ersten Klasse eine Bar oder Duschen an.

Eine A380neo könnte leichter gebaut werden oder durch mehr Sitze produktiver für die Airline werden. Gewichtsreduzierungen sollten etwa durch leichtere Sitze oder Bildschirme für das On-Board-Programm erreicht werden, forderte Clark.

Airbus hatte bereits ein Konzept vorgestellt, mit dem in der Economy-Klasse 40 zusätzliche Passagiere untergebracht würden. Langfristig arbeitet das Unternehmen ebenfalls an Verbesserungen, die Airbus aber noch nicht benannt hat.

Quelle: ntv.de, sla/DJ

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